![]() |
Windows Live® Suchergebnisse
Windows Live® Suchergebnisse Sozialistische ArbeiterparteiEnzyklopädieartikel
Sozialistische Arbeiterpartei (SAP), Name zweier sozialistischer Parteien im Deutschen Reich. Die erste Sozialistische Arbeiterpartei entstand im Mai 1875 aus der Vereinigung des von Ferdinand Lassalle gegründeten Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins und der von August Bebel und Wilhelm Liebknecht geführten Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP). Das Gründungsprogramm der Partei, das Gothaer Programm, dessen Kompromisscharakter von Karl Marx und Friedrich Engels kritisiert wurde, schrieb als Hauptanliegen der Partei die Errichtung eines freien Staates und einer sozialistischen Gesellschaft fest. Dieses Ziel sollte ausschließlich durch „Anwendung aller gesetzlichen Mittel” erreicht werden, d. h. unter Verzicht auf den revolutionären Klassenkampf. Zentralorgan der Partei war ab 1876 die Zeitschrift Vorwärts. Um die aufstrebende Sozialdemokratie in Deutschland (bei den Reichstagswahlen 1877 gewann die SAP gut 9 Prozent der Stimmen) zu bekämpfen, erließ Otto von Bismarck 1878 das Sozialistengesetz, durch das alle sozialdemokratischen, sozialistischen und ähnlichen Organisationen, also auch die SAP, verboten wurden. Die SAP-Abgeordneten, u. a. Bebel und Liebknecht, durften ihre Mandate jedoch behalten; die Parteiführung arbeitete im Untergrund weiter, die Mitglieder der Partei versammelten sich in verschiedenen „Tarnorganisationen” wie z. B. Sportvereinen. Nach der Aufhebung des Sozialistengesetzes 1890 formierte sich die SAP als Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) neu, erreichte bei den Reichstagswahlen im selben Jahr sogleich über 19 Prozent und war damit wählerstärkste Partei im Deutschen Reich. Die zweite Sozialistische Arbeiterpartei wurde 1931 auf der „Reichskonferenz oppositioneller Sozialdemokraten” gegründet. Sie setzte sich vorwiegend aus ehemaligen SPD-Mitgliedern zusammen, verfolgte einen linkssozialistischen Kurs und trat vor allem für einen entschiedeneren Kampf gegen NSDAP und Nationalsozialismus ein in Form einer Einheitsfront aller Kräfte der politischen Linken. Auch zahlreiche Kommunisten, die die stalinistische Ausrichtung der KPD ablehnten, schlossen sich der SAP an. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 arbeitete die Partei im Untergrund weiter, teilweise aus dem Ausland von emigrierten Funktionären geleitet. Nach 1945 schloss sich der Großteil der überlebenden SAP-Mitglieder und -Funktionäre der SPD an, so z. B. Willy Brandt.
© 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
© 2008 Microsoft
![]() ![]() |