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Windows Live® Suchergebnisse SpielmannsdichtungEnzyklopädieartikel
Spielmannsdichtung, Bezeichnung für jede Art mündlich überlieferter Kleindichtung, die seit dem 9. Jahrhundert und besonders im 12. und 13. Jahrhundert von fahrenden Sängern (Vaganten) dargeboten wurde (siehe Vagantendichtung). Dazu gehörten volkstümliche, religiöse und didaktische Lyrik, Anekdoten, Spruchdichtung und Balladen. Die Bewertung der Rolle des Spielmanns als Vermittler und Verbreiter fremder Stoffe, mündlich überlieferter Heldenlieder oder spätantiker Quellen und die Frage nach dem Eigenschöpferischen seiner Leistung gehören zu den umstrittensten Problemen der Literaturgeschichte des Mittelalters. Im engeren Sinn versteht man unter Spielmannsdichtung eine Gruppe der fünf anonymen mittelhochdeutschen Brautfahrtepen König Rother (um 1150), Herzog Ernst (um 1180), Oswald, Orendel sowie Salman und Morolf, deren gemeinsames Strukturschema, exotisches Kolorit und sorglose Sprach- und Versbehandlung sich deutlich von den höfischen Epen und der Geistlichenepik im 12. und 13. Jahrhundert abhebt.
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