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Stele

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Stele des HammurapiStele des Hammurapi

Stele, aufrecht stehende, rechteckige oder sich nach oben verjüngende Steinplatte mit skulptiertem oder gemaltem Dekor, die als Mal auf dem Boden oder auf einer Basis aufgestellt wird. Als Menhir ist sie bereits aus der Jungsteinzeit bekannt. In den Kulturen Mesopotamiens waren Stelen seit dem 3. Jahrtausend v. Chr. verbreitet, und hier zeigten sich auch ihre jeweils verschiedenen Funktionen: die Kultstele, die den Ort der Verehrung einer Gottheit markiert; die Stele als Mal, die historische Ereignisse in Bild und Schrift dokumentiert; die Schriftstele mit einem Gesetzestext oder der Widmungsinschrift eines Stifters; die Stele als Grabzeichen. Die Letztere spielte im alten Ägypten eine dominierende Rolle, oft mit mehrfriesigen, reliefierten Bildern von Familien-, Opfer- und Mahlszenen. Auf orientalische Anregungen gehen vermutlich auch die archaischen griechischen Grabstelen zurück, die im 6. Jahrhundert v. Chr. mit Profilbildern der Verstorbenen versehen waren und von Sphingen, Löwen und später auch von Palmetten und Doppelvoluten bekrönt wurden. Die große Blüte der klassisch-griechischen Grabstelen setzte um 430 v. Chr. ein, mit Reliefdarstellungen des Verstorbenen mit Dienern oder Verwandten und reichen architektonischen Bekrönungen. Im Hellenismus finden sich auch zunehmend bemalte Stelen.

Stelen als Totenmal, Sieges- oder Urkundenstein sowie als Votiv sind sich auch aus den außereuropäischen Kulturen bekannt, so in Mittelamerika (Olmeken- und Maya-Kultur), in der buddhistischen Skulptur Chinas und in Äthiopien.

Eine (oft trivialisierte) Wiederaufnahme der Stele erfolgt im Klassizismus bei der Friedhofsplastik. In der Skulptur des 20. Jahrhunderts dient sie formal als Ausgangspunkt für abstrakte oder anthropomorph gestaltete Male.

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