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Windows Live® Suchergebnisse Max StirnerEnzyklopädieartikel
Max Stirner, eigentlich Johann Kaspar Schmidt, (1806-1856), deutscher Theologe und Philosoph. Mit seiner Konzeption eines ethischen Egoismus wirkte er u. a. auf die russische Literatur des 19. und die französische Literatur des 20. Jahrhunderts ein, namentlich auf Iwan Turgenjew, Fjodor M. Dostojewskij, André Gide und André Breton. Stirner wurde am 25. Oktober 1806 in Bayreuth geboren. Zwischen 1826 und 1828 studierte er u. a. bei Friedrich Schleiermacher und Georg Wilhelm Friedrich Hegel in Berlin, bevor er zu den Universitäten in Erlangen bzw. Königsberg überwechselte. Anschließend arbeitete er als Lehrer und Journalist in Berlin, wo er mit den Linkshegelianern, darunter Friedrich Engels, zusammentraf. In seinem von Hegel und Ludwig Feuerbach beeinflussten Hauptwerk Der Einzige und sein Eigenthum (1844), das, zunächst nahezu überschwenglich rezipiert, bald für lange Zeit in Vergessenheit geriet, propagierte Stirner einen radikalen Solipsismus: Das individuelle Ich wird als alleiniger Maßstab begriffen, das durch schöpferische Transformation alles auf sich hin zu formen hat. Demnach ist die Ethik der Schrift gänzlich egoistisch ausgerichtet: Keinerlei übergeordnete Bindung – Gesetz, Moral, Liebe, durch Sprache vermittelte „Wahrheit” – hat für Stirner Bestand, der Wert der Objekte richtet sich allein nach ihrer Verwertbarkeit. Institutionen wie Staat und Kirche werden als Autoritätsstifter abgelehnt, da sie durch ihren starren Dogmatismus einer spontanen Selbstentfaltung entgegenstehen: „Mir geht nichts über mich!”. Affinitäten zu Friedrich Nietzsches Konzeption des hedonistischen, sich gegen alles Beschränkende auflehnenden „Übermenschen” sind offensichtlich (eine direkte Beeinflussung der Konzeption durch Stirners Ideen jedoch kann nicht nachgewiesen werden). Nach der „Geschichte der Aufopferungen” – der des Christentums – sah Stirner die „Geschichte des Genusses” beginnen: „,Der’ Mensch, das Ende und Ergebnis des Christentums, ist als ,Ich’ der Anfang und das auszunutzende Material der neuen Geschichte, einer Geschichte des Genusses nach der Geschichte der Aufopferungen, einer Geschichte nicht des Menschen oder der Menschheit, sondern – meiner”. Mit dieser Position wirkte Das Ich und sein Eigentum, dem ein Motto Johann Wolfgang von Goethes vorangeht („Ich hab mein Sach auf Nichts gestellt” aus dem Gedicht Vanitas! Vanitatum Vanitas!), maßgeblich auf den Anarchismus nach, auch wenn von dessen politisch-revolutionärer Tendenz und humanitärer Utopie bei Stirner nichts zu spüren ist. Karl Marx und Engels polemisierten im Artikel Sankt Max (in Dokumente des Sozialismus, 1903-1904) gegen die Schrift. 1852 erschien Stirners zweibändige Studie Geschichte der Reaction. Der Philosoph starb am 25. Juni 1856 in Berlin.
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