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Windows Live® Suchergebnisse StropheEnzyklopädieartikel
Strophe (von griechisch strephein: wendende Tanzbewegung), Bezeichnung für die Verbindung mehrerer Verszeilen von gleichem oder unterschiedlichem Bau zu einer wiederkehrenden metrischen Einheit; im ersten Fall wird von isometrischer Strophe, im zweiten Fall von heterometrischer Strophe gesprochen. Die Strophe kann entweder ein einstrophiges Gedicht oder mit anderen Strophen eine thematisch in sich gerundete Strophenreihe bilden (mehrstrophiges Gedicht). Der Begriff der Strophe findet sich in der deutschen Sprache erstmals im 17. Jahrhundert. In mittelhochdeutscher Zeit war die Bezeichnung daz liet üblich; im Kirchenlied (siehe Kirchenmusik) ist bis heute für Strophe auch die Bezeichnung Vers gebräuchlich. Im griechischen Altertum bezeichnete Strophe den Wechsel der Bewegungsrichtung bei profanen bzw. kultischen Tänzen und wurde im übertragenen Sinn für die bei der Kehrwendung gesungenen Verse verwendet. Sie wies also ursprünglich eine enge Bindung an die Musik auf, besonders in lyrischen Formen mit festem Bau. In späterer Sprechdichtung wurde die metrische Struktur zum alleinigen Formprinzip der Strophe. Das Wesensmerkmal der antiken Strophen sind quantitierende Versgruppen, im Mittelalter und in der Neuzeit bestimmte Schemata des Reims. Bei den Strophenformen unterscheidet man die antiken Strophen (Distichon, diverse Odenmaße, Hymne) die germanisch-deutschen Strophen, u. a. die Kette, Reimpaar-, Stabreim-, Lied-, Chevy-Chase-, Meistersinger- und Epenstrophen, die romanischen Strophen (Terzine, Kanzone, Sestine, Stanze, Dezime) und die orientalischen Strophen (Ghasel). Die Strophe des Nibelungenlieds setzt sich aus vier sich paarweise reimenden Langzeilen zusammen. Die Anverse weisen vier Hebungen auf, deren letzte zumeist auf eine nebentonige Silbe fällt (Nibelungenstrophe).
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