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Südafrikanische Union

Enzyklopädieartikel

Südafrikanische Union, 1910 gegründetes, aus dem Zusammenschluss der vier britischen Kronkolonien in Südafrika hervorgegangenes Dominion.

Nach der Beendigung des Burenkriegs 1902 begann der britische Plan einer südafrikanischen Föderation Gestalt anzunehmen, der die Verbindung der Kapkolonie mit dem Oranje-Freistaat, Transvaal und Natal vorsah. Die zunächst ebenfalls beabsichtigte Eingliederung Nord- und Südrhodesiens sowie der den Schwarzafrikanern vorbehaltenen Reservate scheiterte an gravierenden ökonomischen Problemen dieser Regionen und an der strikten Weigerung der Buren, die schwarze Bevölkerung in Staat und Gesellschaft einzubinden. Sprachprobleme, die Vielzahl der ansässigen und eingewanderten Ethnien und vor allem der permanente Konflikt zwischen den aus Holland stammenden Buren und den britischen Einwanderen, den Uitlanders, erschwerten die Umsetzung des Vorhabens, so dass die Südafrikanische Union erst am 31. Mai 1910 ausgerufen werden konnte. Unter der nominellen Leitung eines britischen Generalgouverneurs regierte Premierminister Louis Botha, der Führer der gemäßigten, pro-britischen South African Party (SAP), über die vom politischen Leben nahezu vollständig ausgeschlossene farbige Bevölkerungsmehrheit. Bereits kurz nach der Gründung der Südafrikanischen Union wurde mit den ersten Rassentrennungsgesetzen die faktisch bereits praktizierte Apartheidpolitik verankert. Widerstand der schwarzen Bevölkerungsmehrheit und eine Eskalation der Gewalt von weißer und schwarzer Seite waren die Folge. 1961 trat die Südafrikanische Union auf massiven Druck verschiedener afrikanischer Staaten aus dem Commonwealth aus und wurde in die Republik Südafrika umgewandelt.

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