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SWAPO

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Sam NujomaSam Nujoma

SWAPO (Abkürzung für South West Africa People’s Organization), ursprünglich Befreiungsorganisation, seit 1990 Regierungspartei in Namibia.

Die SWAPO wurde 1960 unter maßgeblicher Beteiligung Samuel Nujomas im Exil gegründet; sie ging aus dem zwei Jahre zuvor entstandenen Ovambolands People’s Congress hervor. Ziel der sozialistisch ausgerichteten Organisation war die Befreiung Namibias vom südafrikanischen Besatzungsregime: Die Südafrikanische Union (die spätere Republik Südafrika) hatte 1920 Namibia als Mandat vom Völkerbund erhalten und betrachtete das Land seither als Teil seines Staatsgebiets, führte hier ab 1964 auch seine Apartheidspolitik ein. Nach jahrelangen vergeblichen Versuchen, auf friedlichem Weg die Unabhängigkeit zu erlangen, nahm die SWAPO 1966 den bewaffneten Kampf gegen die südafrikanische Fremdherrschaft auf. Noch im selben Jahr entzogen die Vereinten Nationen (UN) Südafrika das Mandat über Namibia, und 1971 erklärte der Internationale Gerichtshof der UN die fortgesetzte südafrikanische Besatzung in Namibia für illegal.

Bereits 1964 hatte die Organisation für Afrikanische Einheit (OAU) die SWAPO als einzige legitime Vertretung des namibischen Volkes anerkannt, 1972 erhielt die SWAPO Beobachterstatus bei den UN, und 1976 erkannten auch die UN die SWAPO offiziell als Vertretung Namibias an. Auf internationalen Druck lockerte Südafrika 1975 die Apartheid in Namibia, sagte dem Land die Unabhängigkeit zu und berief eine Verfassungskonferenz ein, die so genannte Turnhallenkonferenz. Diese Konferenz fand allerdings ohne Beteiligung der SWAPO statt, ebenso die 1978 durchgeführten Wahlen in Namibia: Die SWAPO lehnte das ethnisch ausgerichtete Verfassungskonzept ab, führte statt dessen von Angola aus, unterstützt von kubanischen Truppen, ihren Guerillakampf gegen die fortdauernde südafrikanische Präsenz in Namibia verstärkt fort. Südafrika reagierte in den achtziger Jahren mit militärischen Vorstößen gegen SWAPO-Stützpunkte in Angola, die international auf scharfe Kritik stießen.

1988 kam auf internationalen Druck ein Waffenstillstandsabkommen zwischen Südafrika auf der einen, der SWAPO und Kuba auf der anderen Seite zustande, das den Beginn der Unabhängigkeit markierte. Im November 1989 zogen die letzten südafrikanischen Truppen aus Namibia ab; zugleich fanden unter UN-Aufsicht die Wahlen zur verfassunggebenden Versammlung statt, aus denen die SWAPO mit absoluter Mehrheit (57 Prozent der Stimmen) hervorging.

Am 9. Februar 1990 verabschiedete die verfassunggebende Versammlung die Verfassung für Namibia; wenige Tage später wählte sie den Gründervater und Präsidenten der SWAPO, Samuel Nujoma, zum Staatspräsidenten. Am Tag der Entlassung Namibias in die Unabhängigkeit, am 21. März 1990, trat Nujoma sein Amt an und ernannte Hage Gottfried Geingob, Mitglied des Politbüros der SWAPO, zum Ministerpräsidenten. Aus den ersten Wahlen seit Erlangung der Unabhängigkeit ging die SWAPO 1994 mit einem Stimmenanteil von 72 Prozent hervor, Nujoma wurde mit 76,3 Prozent der Stimmen wieder gewählt; bei den folgenden Wahlen 1999 konnte die SWAPO ihren Stimmenanteil auf 76 Prozent erhöhen; Nujoma erhielt 77 Prozent. Die Wahlen von 2004 bestätigten diese Werte: Die SWAPO gewann knapp 76 Prozent der Stimmen, ihr Präsidentschaftskandidat Hifikepunye Pohamba ebenfalls gut 76 Prozent. Nujoma durfte lauf Verfassung nicht mehr für das Präsidentenamt kandidieren, blieb jedoch Vorsitzender der SWAPO und damit weiterhin der starke Mann im Staat.

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