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Thriller

Enzyklopädieartikel
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Alfred HitchcockAlfred Hitchcock

Thriller, (englisch to thrill: erschauern lassen), Filmgenre, das durch die Verwendung von Spannungseffekten beim Zuschauer Gefühle der Angst auszulösen sucht. Der mit dem Kriminal-, Horror- und Actionfilm verwandte Thriller geht dabei über die Erzeugung der emotional gesteuerten Spannung, auf die im Grunde kein Film verzichten kann, hinaus; sein Ziel ist die vollständige Einbeziehung des Zuschauers in die Handlung bis hin zur Erzeugung physischer Reaktionen der Erregung wie des Schauers – des „thrill”.

Das Hauptmotiv des Thrillers ist der (meist ungeklärte) Mord. Dabei steht das Verbrechen selbst, nicht seine Aufklärung oder seine Motivation im Vordergrund. Die im Thriller geschaffene Atmosphäre der extremen Bedrohung entsteht durch das Fehlen einer Bindung des Täters an die Normalität: Das Verbrechen ist nicht (wie im Kriminalfilm) durch „herkömmliche” Wünsche wie das Verlangen nach Reichtum oder Macht motiviert, sondern dient oft scheinbar keinem Ziel – es trägt die Symptome von Obsession und Perversion. Der Held, der ungewollt in das Geschehen verstrickt wird und dessen Ängste der Zuschauer miterlebt, muss sich mit diesen alptraumartigen, oft jeder rationalen Logik widersprechenden Vorgängen auseinandersetzen. Am Ende der meisten Thriller steht zwar eine Auflösung, in der die Zusammenhänge geklärt werden und der Zuschauer aus seiner Spannung entlassen wird, die vollständige Normalität des Rationalen wird jedoch nicht wieder hergestellt.

Die ersten Werke des Genres entstanden in den zwanziger und dreißiger Jahren (z. B. Fritz Langs Dr. Mabuse, der Spieler, 1922, und M – eine Stadt sucht einen Mörder, 1931). Als Meister des Psychothrillers ist zweifellos Alfred Hitchcock anzusehen: Mit zahlreichen Filmen wie The Lodger (1926, Der Mieter), The 39 Steps (1935, Die 39 Stufen), Suspicion (1942, Verdacht), Rear Window (1954, Das Fenster zum Hof), Vertigo (1958, Vertigo – Aus dem Reich der Toten) oder Psycho (1960) begründete er seinen legendären Ruf als „Master of Suspense”. Weitere bedeutende Thrillerregisseure der Nachkriegszeit sind Robert Siodmak mit The Spiral Staircase (1946, Die Wendeltreppe), Orson Welles mit The Lady from Shanghai (1947, Die Lady von Shanghai) und Touch of Evil (1958, Im Zeichen des Bösen), Henri-Georges Clouzot mit Les Diaboliques (1954, Die Teuflischen) und John Sturges mit Bad Day at Black Rock (1954, Stadt in Angst)

Nachdem in den sechziger und siebziger Jahren die Agententhriller um den britischen Geheimagenten James Bond entstanden waren, treten seit den achtziger Jahren andere Subgenres in den Vordergrund: Der Justizthriller, der meist die Diskrepanz zwischen Gerechtigkeit und Rechtssystem behandelt, erlebt ein Hoch: The Verdict (1982) von Sidney Lumet oder Presumed Innocent (1990, Aus Mangel an Beweisen) von Alan J. Pakula. Auch der an Hitchcock orientierte Psychothriller wird wieder belebt, z. B. mit Dressed to Kill (1980) von Brian De Palma oder Single with Female (1992, Weiblich, ledig, jung sucht) von Barbet Schroeder. In jüngster Zeit häufen sich vor allem Serienkiller-Filme wie John MacNaughtons Henry – Portrait Of A Serial Killer (1986), Jonathan Demmes The Silence of the Lambs (1991, Das Schweigen der Lämmer), Oliver Stones Natural Born Killers (1994) oder David Finchers Seven (1995, Sieben).

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