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Tragikomödie

Enzyklopädieartikel

Tragikomödie, dramatische Mischform aus Tragödie und Komödie, in der die beiden Elemente des Tragischen und Komischen nicht unvermittelt nebeneinanderstehen, sondern sich durchdringen und aufeinander verweisen. Der Begriff wurde zuerst von Plautus in seiner Vorrede zu Amphitryon gebraucht. Aristoteles bestimmte die Tragikomödie als ernstes Spiel mit heiterem Ausgang. Bis zum Theater der Renaissance und des Barock wurde mit dem Begriff ein Genre umschrieben, in dem das Nebeneinander von Personen hohen und niederen Standes eine Simultaneität von Tragischem und Komischem erlaubt. Diese Voraussetzungen gelten für die meisten tragikomischen Stücke im genannten Zeitraum. Als Höhepunkte des Genres gelten Molières Misanthrope und Tartuffe sowie William Shakespeares Troilus and Cressida.

Im nachklassischen Deutschland stehen Heinrich von Kleists Amphitryon und Der zerbrochene Krug, Georg Büchners Woyzeck sowie Christian Friedrich Hebbels Trauerspiel in Sizilien der Tragikomödie nahe. Das Tragikomische entsteht hier aber aus dem Missverhältnis des tragischen Geschicks mit den moralischen Ursachen. In der modernen Dramatik steigert sich die Verbindung von Erhabenem und Lächerlichem oft zur Groteske, so etwa bei Frank Wedekind, Friedrich Dürrenmatt oder Thomas Bernhard.

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