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Transatlantischer Dreieckshandel

Enzyklopädieartikel

Transatlantischer Dreieckshandel, auch Atlantischer Dreieckshandel, von Europäern zwischen Europa, Afrika und Amerika, also über den Atlantischen Ozean betriebener Warenhandel, wobei zu den Waren neben Fertigprodukten und Rohstoffen auch Sklaven gehörten. Der Transatlantische Dreieckshandel hatte seine Blütezeit ab der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts bis zum Verbot des Sklavenhandels durch Großbritannien 1807.

In seiner idealen Form lief der Dreieckshandel nach folgendem Muster ab: Von Europa aus brachten Händler per Schiff Fertigwaren, u. a. einfache Stoffe und andere einfache Manufakturwaren, aber auch Waffen, an die westafrikanische Küste, vorwiegend an den nördlichen Golf von Guinea (u. a. an die Goldküste und die Sklavenküste). Dort tauschten die europäischen Händler ihre Waren gegen Sklaven ein, die lokale Sklavenhändler aus dem Inneren des afrikanischen Kontinents zu den Sklavenmärkten an der Küste gebracht hatten. Anschließend verschifften die Europäer die Sklaven über den Atlantik, vorwiegend in die Karibik, aber auch nach Nord- und Südamerika. Dort verkauften sie die Handelsware Sklaven und kauften vom Erlös landwirtschaftliche Rohstoffe der Region wie Zucker, Baumwolle und Tabak (von Sklaven auf den Plantagen der weißen Kolonisten produziert) sowie Fertigprodukte wie Rum. Beladen mit diesen Waren kehrten die Schiffe dann über den Atlantik nach Europa zurück. In Europa wurden diese Waren mit Gewinn verkauft und im Sinne des Merkantilismus in den jeweiligen europäischen Ländern weiterverarbeitet. Viele dieser Fertigwaren gingen dann in den Export, u. a. in die Kolonien oder eben – z. B. Baumwollstoffe – nach Westafrika, wo sie wieder gegen Sklaven eingetauscht wurden usw. Die Route der Handelsschiffe beschrieb also ein Dreieck (Europa – Westafrika – Mittelamerika – Europa). Der Transatlantische Dreieckshandel war eine Domäne vor allem englischer, französischer und holländischer Kaufleute.

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