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Luis Trenker

Enzyklopädieartikel

Luis Trenker (1892-1990), italienischer Filmschauspieler, Regisseur, Schriftsteller und Bergsteiger.

Trenker wurde am 4. Oktober 1892 in Sankt Ulrich (Südtirol) als Sohn deutscher Eltern geboren und studierte von 1912 bis 1914 in Wien Architektur. Daneben war er als Skilehrer und Bergsteiger tätig. Von 1914 bis 1918 nahm er am 1. Weltkrieg teil, ab 1915 als Offizier einer Bergkompagnie in den Dolomiten. Nach Beendigung seines Studiums arbeitete Trenker von 1922 bis 1927 als Architekt in Bozen. 1924 debütierte er beim Film in Arnold Fancks Der Berg des Schicksals. Seine starke Physis und seine Erfahrung als Alpinist bestimmte ihn von Anfang an für führende Männercharaktere in Bergfilmen. Es folgten Der heilige Berg (1926) und Der große Sprung (1927) an der Seite von Leni Riefenstahl, erneut unter der Regie von Arnold Fanck, sowie Der Kampf ums Matterhorn (1928) und Der Sohn der weißen Berge (1930). In dem Kriegsfilm Berge in Flammen (1931) führte Trenker erstmals auch Regie. In Der Rebell (1932) spielte er einen Südtiroler Freiheitskämpfer zur Zeit der Napoleonischen Kriege nach dem Vorbild von Andreas Hofer.

Der verlorene Sohn (1934), seine wohl reifste Leistung als Schauspieler und Regisseur, erzählt die Geschichte eines Bergführers, der nach Amerika emigriert und in New York die Massenarbeitslosigkeit der Depressionszeit miterlebt. Besonders beeindruckend sind die dokumentarischen Sequenzen, die das Elend der hungernden Menschen ungeschönt zeigen. Es folgten Der Kaiser von Kalifornien (1936), die Lebensgeschichte des Schweizer Emigranten Johann August Sutter, der mit seinem Goldfund 1848 den Goldrausch von San Francisco auslöste, und Der Berg ruft (1937) über die dramatische Erstbesteigung des Matterhorns. Luis Trenkers Filme weisen mit ihrer betonten Heimatverbundenheit, die in der Regel eine Ablehnung alles Fremden impliziert, meist eine bedenkliche Ideologie auf, sind davon abgesehen jedoch filmische Meisterwerke. Nach dem 2. Weltkrieg inszenierte er u. a. Heimatfilme wie Flucht in die Dolomiten (1955) und Sein bester Freund (1962) mit dem österreichischen Ski-Idol Toni Sailer. Zudem war Trenker als Schriftsteller tätig. Er schrieb mehrere Romane, die nach seinen eigenen Filmen entstanden, u. a.: Berge in Flammen (1931), Der Rebell (1933), Der verlorene Sohn (1934) und Duell in den Bergen (1951). Autobiographische Schriften sind Kameraden der Berge (1932, erweitert 1970), Alles gut gegangen (1965, erweitert 1979) und Mutig und heiter durchs Leben (1962). Luis Trenker starb am 12. April 1990 97-jährig in Bozen.

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