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Tungusen

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Tungusischer Schamane (um 1890)Tungusischer Schamane (um 1890)

Tungusen, Sammelbezeichnung sowohl für eine Sprachgruppe als auch für mehrere ethnische Minderheiten, die im Norden der Volksrepublik China und in der Russischen Föderation leben. Sie sind in der sibirischen Taiga sowie den arktischen und subarktischen Gebieten Nordostasiens beheimatet. Die Bevölkerungsgrößen der verschiedenen tungusischen Gesellschaften, deren soziopolitische Struktur hauptsächlich durch patrilineare Clans bestimmt wird, unterscheiden sich erheblich. Sie reichen von einigen hundert Menschen bei den Negridalen und Orotschen bis zu mehreren Millionen bei den Mandschu, der größten ethnischen Minderheit in der Volksrepublik China. Aufgrund ihrer Sprachen, die zur altaischen Sprachfamilie zählen, werden die Tungusen in eine südliche und eine nördliche Gruppe unterteilt. Zur südlichen Gruppe gehören die Manju, Hezhen, Ultschen, Udehe, Orotschen und Oroken, zur nördlichen die Ewenken, Ewenen, Negidalen und Orotschonen (auch Oroqen genannt). Die in Nordsibirien beheimateten tungusischen Dolganen (Tya-kichi, Eigenbezeichnung Dolgan) haben sich kulturell den turksprachigen Jakuten angeglichen.

Wirtschaftliche Grundlage der Tungusen bilden die Jagd, der Fischfang und die Rentierzucht, wobei einige Gruppen Hirtennomadismus betreiben. Bei den Manju spielt die Landwirtschaft die bedeutendste wirtschaftliche Rolle. Trotzdem christlich-orthodoxe sowie buddhistische religiöse Einflüsse bestimmend geworden sind, haben sich auch weiterhin traditionelle polytheistische Glaubensvorstellungen erhalten, wobei im Ritualleben Schamanen eine bedeutende Rolle zukommt.

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