Auswahl der Encarta-Redaktion
Gute Bücher zum Thema "Universalpoesie", ausgewählt von den Encarta-Redakteuren. Suche in Encarta
In Encarta suchen nach Universalpoesie |
Windows Live® Suchergebnisse
Windows Live® Suchergebnisse UniversalpoesieEnzyklopädieartikel
Universalpoesie, von Friedrich Schlegel 1798 im berühmten 116. Fragment der Zeitschrift Athenäum geprägter zentraler Begriff der frühromantischen Ästhetik und Poetik, der Poesie als organisches Ganzes fasste, in welchem sich die Auflösung der traditionellen Gattungen und verschiedenen Künste sowie die Aufhebung der Grenzen zwischen Philosophie und Leben programmatisch vollziehen soll: „Die romantische Poesie ist eine progressive Universalpoesie. Ihre Bestimmung ist nicht bloß, alle getrennten Gattungen der Poesie wieder zu vereinigen [...], sie soll auch Poesie und Prosa, Genialität und Kritik, Kunstpoesie und Naturpoesie bald vermischen, bald verschmelzen” (siehe Romantik). Indem die Poesie sich mit allen Manifestationen des Lebens verbindet, wird sie zu einem letztlich unabschließbaren „Reflexionsmedium” (Walter Benjamin), zu einem Absoluten, das notwendig Fragment bleiben muß. Schlegel gebrauchte den Begriff der Universalpoesie synonym zu dem der „Transcendentalpoesie”. Als Versuch einer Umsetzung dieses dichtungstheoretischen Konzepts kann sein fragmentarischer Roman Lucinde (1799) gelten, eine dem Experiment gegenüber offene Mischung aus Erzählung, Szene, Brief und anderen Formen. Weitere Beispiele sind Novalis’ Heinrich von Ofterdingen (1802), Clemens Brentanos Godwi (1801/02) und Achim von Arnims Gräfin Dolores (1810).
© 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
© 2008 Microsoft
![]() ![]() |