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Windows Live® Suchergebnisse Arnold van GennepEnzyklopädieartikel
Arnold van Gennep (1873-1957), französischer Orientalist, Religionswissenschaftler, Kulturhistoriker und Volkskundler, der mit seinem ethnologischen Hauptwerk Les rites de passage den gleichnamigen Begriff (Übergangsriten) in die Völkerkunde einführte. Van Gennep wurde am 23. April 1873 in Ludwigsburg geboren. Er gilt als Begründer der strukturellen Interpretationsweise von Ritualen. Nach van Gennep wird das Leben eines Menschen durch eine Reihe von „Krisen”, nämlich den Übergängen in andere Lebensabschnitte (etwa bei Geburt, Heirat oder Tod), andere soziale Positionen und Beschäftigungen gekennzeichnet. Diese Übergänge werden in vielen Gesellschaften zeremoniell begleitet und verdeutlicht. Dabei erkannte van Gennep eine feste, dreiphasige Struktur der Übergangsriten, die sich in Rites de séparation (Trennungsriten), Rites de marge (Übergangs- oder Schwellenriten) und Rites d’agregation, die Inkorporationsriten, aufteilen lassen. Während des Übergangs wechselt der Initiand häufig von einem profanen in einen sakralen Zustand, ist symbolisch tot oder von mystischen Mächten bedroht. Wichtigste Publikationen van Genneps sind: Les rites de passage, 1909 (deutsch 1986), Etudes d’ethnographie algérienne (2 Bde., 1912-1914, L’état actuel du problème totémique (1920), Le folklore du Dauphiné (2 Bde., 1932/33).
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