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Windows Live® Suchergebnisse Filmfestspiele von VenedigEnzyklopädieartikel
Filmfestspiele von Venedig (Biennale), jährlich stattfindendes internationales Filmfestival. Es ist das älteste noch bestehende Filmfestival und zählt neben den Filmfestspielen von Cannes und der Berlinale zu den drei bedeutendsten Filmfestivals der Welt. Die Internationalen Filmfestspiele von Venedig finden jährlich Ende August oder Anfang September auf dem Lido von Venedig statt; Hauptaufführungsstätte ist das historische Lichtspielhaus Palazzo del Cinema. Obwohl sie fast von Beginn an jährlich veranstaltet wurden, sind sie organisatorisch Bestandteil der alle zwei Jahre stattfindenden Biennale für zeitgenössische Kunst. Das Filmfestival findet in den vier Sektionen Wettbewerb, Kurzfilme, Debütfilme und „Horizonte” (für neue Trends in der Filmkunst) statt. Zwar werden in allen vier Sparten Preise vergeben, am bedeutendsten aber ist der Wettbewerb für aktuelle internationale Spielfilme. Eine internationale Jury, die hauptsächlich aus Filmschaffenden besteht, vergibt als Hauptpreis den Goldenen Löwen (Leone d’Oro) für den besten Film des Wettbewerbs sowie drei Silberne Löwen: für den zweitbesten Wettbewerbsfilm („Großer Preis der Jury”), für die beste Regie und für die größte Entdeckung des Festivals. Außerdem werden der beste Darsteller, die beste Darstellerin, der beste Nachwuchsdarsteller, die beste technische Leistung und das beste Drehbuch mit weiteren Preisen ausgezeichnet; darüber hinaus wird unregelmäßig ein Goldener Löwe als Ehrenpreis für ein filmkünstlerisches Lebenswerk verliehen. Die Filmfestspiele von Venedig wurden erstmals 1932 im Rahmen der Kunst-Biennale veranstaltet, seit 1934 finden sie jährlich statt. Während der faschistischen Herrschaft Benito Mussolinis in den ersten gut zehn Jahren ihres Bestehens fehlte ihnen die politische Unabhängigkeit, und sie wurden vielfach propagandistisch missbraucht; der von 1934 bis 1942 jeweils für den besten italienischen und den besten ausländischen Film vergebene Preis hieß nach dem italienischen Diktator Coppa Mussolini. Ausgezeichnet wurden in dieser Epoche u. a. Filme von Robert J. Flaherty (1934), Carmine Gallone (1935 und 1937), Luis Trenker (1936), Julien Duvivier (1937), Leni Riefenstahl (1938) und Veit Harlan (1942). Nachdem die Festspiele von 1943 bis 1946 ganz ausgesetzt hatten, gewannen sie nach dem 2. Weltkrieg rasch wieder an Glanz und Bedeutung. Seit der Wiedergründung 1947 wird nur noch ein Film mit dem Hauptpreis ausgezeichnet, in den ersten beiden Jahren hieß dieser Gran Premio Internazionale di Venezia. 1949 wurde er durch den Goldenen Löwen ersetzt, 1951 kam der Silberne Löwe hinzu. Zu einer Krise kam es Ende der sechziger Jahre, als die Veranstalter wegen der europaweiten Studentenunruhen und nach den heftigen Debatten, die die Verleihung des Goldenen Löwen 1968 an Alexander Kluges Film Artisten in der Zirkuskuppel: ratlos ausgelöst hatte, eine politische Radikalisierung des Festivals fürchteten und den Wettbewerb abschafften. Ab 1969 waren die Filmfestspiele eine reine Filmschau ohne Wettbewerb; um dem dadurch entstandenen Bedeutungsverlust der Veranstaltung entgegenzuwirken, wurde 1970 der Goldene Löwe als Ehrenpreis für ein Lebenswerk eingeführt (erste Preisträger: Orson Welles und Ingrid Bergman). Dennoch gerieten die Festspiele in eine erneute Krise und wurden 1973 und 1974 sogar ganz abgesagt. Seit 1980 findet das Filmfestival von Venedig wieder mit Wettbewerb statt und hat sich als eines der bedeutendsten Festivals international etabliert.
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