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Verelendung

Enzyklopädieartikel

Verelendung, Begriff der marxistischen Theorie, der die Verschlechterung der gesamten, d. h. der materiellen, sozialen, kulturellen und psychischen Lage der Arbeiterklasse bezeichnet. Die Herausbildung einer industriellen Reservearmee und die immer weiter auseinanderklaffende Schere zwischen den Besitzenden (Kapitalisten) und den nicht besitzenden Arbeitern (Proletariat), haben nach Karl Marx materielle und dadurch bedingt soziale Verelendung zur Folge, denn Kapitalmittel, die zur Entwicklung der Produktion eingesetzt werden, schlagen um in Mittel zur Beherrschung und Ausbeutung der Produzenten, „verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt, [...] verwandeln seine Lebenszeit in Arbeitszeit. [...] Die Akkumulation von Reichtum auf dem einen Pol ist also zugleich Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalität und moralischer Degradation auf dem Gegenpol” (Das Kapital, 1867-1894), der vom Proletariat gebildet wird.

Die gesellschaftliche Lage der Arbeiterschaft kann sich dabei trotz steigendem Arbeitslohn, trotz einer Verbesserung der materiellen Lage verschlechtern, da ihr Anteil am Nationaleinkommen sinkt. Diesen Verelendungstendenzen könnte nach Ansicht von Marx die (gewerkschaftliche) Organisierung der Arbeiter entgegenwirken.

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