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Windows Live® Suchergebnisse VerlandungEnzyklopädieartikel
Verlandung, Umwandlung eines Gewässers – z. B. eines Sees oder einer Meeresbucht – in festes Land, häufig über die Zwischenstadien Sumpfland, Moor und Marsch. Diese Entwicklung hat geologische, klimatische oder biologische Ursachen oder wird durch das Eingreifen des Menschen gefördert; meist wirken diese Faktoren zusammen, etwa wenn Geländesenken, in denen sich Seen gebildet haben, aufgefüllt werden. Dazu tragen neben Bächen und Flüssen, die Schlamm, Sand und Geröll in die Seen schwemmen und darin ablagern, entscheidend auch die Wasserpflanzen bei. Sie verringern die Wasserbewegungen und fördern so die Sedimentation im Wasser mitgeführter Partikel, erzeugen aber auch selbst große Mengen organischer Substanz, die sich auf dem Grund des Gewässers ablagert. In dem Maße, in dem dadurch der Seeboden erhöht wird, können sich Pflanzen der Flachwasserbereiche ansiedeln, die Verlandungsgürtel rücken allmählich zum Zentrum des Gewässers vor. Schließlich breiten sich Sauergräser und die an nasse Böden angepassten Gehölze des Bruchwaldes aus. Besonders schnell verläuft das Pflanzenwachstum und damit die Verlandung in eutrophen Seen, in die aus dem landwirtschaftlich genutzten Umland Düngemittel eingetragen werden. In Nordeuropa führt die kräftige nacheiszeitliche Landhebung (Isostasie) mit Hebungsraten von bis zu 100 Zentimetern pro Jahrhundert dazu, dass viele Gewässer den Kontakt zum Grundwasserspiegel verlieren und trockenfallen. Finnland hat dadurch z. B. allein im 20. Jahrhundert mehrere hundert Seen verloren. Wasserentzug an den Zuflüssen für Bewässerungszwecke und die bei gestiegenen Temperaturen höhere Verdunstung sind die Hauptursachen für die fortschreitende Austrocknung von Seen in ariden Klimazonen. Ein markantes Beispiel hierfür ist der Aralsee, der in wenigen Jahrzehnten völlig ausgetrocknet sein könnte. Die Verlandung schreitet aber auch in humiden Zonen mit einer beachtlichen Geschwindigkeit fort. Der Chiemsee ist z. B. seit dem Ende der letzten Eiszeit vor rund 10 000 Jahren auf weniger als ein Drittel seiner ursprünglichen Fläche geschrumpft, die meisten der von den Gletschern der älteren Eiszeiten geschaffenen Seen sind mittlerweile verschwunden. Ein höheres Alter haben lediglich Seen in aktiven Senkungszonen der Erdkruste, wie z. B. der Baikalsee. Große Probleme bereitet die oft rasche Verlandung von Stauseen. In Gebirgen setzt sich das von den Flüssen eingetragene Gesteinsmaterial an den Wehren ab und füllt den Stauraum auf. Die Nutzungsdauer der Anlagen zur Wasserspeicherung und Energiegewinnung wird dadurch reduziert. An den Küsten der Wattenmeere ist die Verlandung dagegen ein nützlicher Vorgang, der seit Jahrhunderten vom Menschen gefördert und zur Landgewinnung eingesetzt wird.
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