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Windows Live® Suchergebnisse VolksstückEnzyklopädieartikel
Volksstück, seit Mitte des 19. Jahrhunderts gebräuchliche Bezeichnung für das zunächst primär auf Unterhaltung abzielende Volkstheater städtischer Bühnen, das zumeist im bäuerlichen, kleinbürgerlichen oder proletarischen Milieu angesiedelt ist und häufig Elemente des Dialekts verwendet. Zur Publikumswirksamkeit trugen in Anlehnung an das Wiener Volksstück um Josef Anton Stranitzky, Johann Nepomuk Nestroy und Ferdinand Raimund etwa Musik, Gesang, Tanz und Bühneneffekte bei. Elementare, auch tragische Konflikte mit manchmal sentimentaler Interpretation demonstrieren die Volksstücke Ludwig Anzengrubers, Ludwig Thomas und Joseph Ruederers. Carl Zuckmayer setzte in den zwanziger Jahren die Tradition mit Der fröhliche Weinberg und Der Hauptmann von Köpenick fort. Ödön von Horváth übte mit Stücken wie Geschichten aus dem Wienerwald Kritik an der klischeehaften Verwendung der Gattungsform. Ähnlich reflektierte Geschichte und Problematik des Volksstücks findet man bei Bertolt Brecht (Herr Puntila und sein Knecht Matti, 1940) und in den sechziger Jahren bei Martin Sperr (Jagdszenen aus Niederbayern). Weitere bedeutende Vertreter sind bzw. waren im deutschsprachigen Raum Marieluise Fleißer, Rainer Werner Fassbinder, Peter Turrini und Franz Xaver Kroetz, in Frankreich Marcel Pagnol sowie in Italien Dario Fo.
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