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Windows Live® Suchergebnisse Johann Heinrich VoßEnzyklopädieartikel
Johann Heinrich Voß (1751-1826), Schriftsteller. Er war einer der bedeutendsten Idyllendichter und Übersetzer der deutschen Literatur des späten 18. Jahrhunderts. Voß wurde am 20. Februar 1751 im mecklenburgischen Ort Sommersdorf bei Waren geboren. Als Nachkomme einer ehemals leibeigenen Familie wuchs er in ärmlichen Verhältnissen auf und war zeitlebens ein scharfer Kritiker des Absolutismus. 1772 begann Voß ein Studium der Theologie, klassischen Philologie und Philosophie an der Universität Göttingen. Dort schloss er Freundschaft mit den Schriftstellern Heinrich Christian Boie, Ludwig Christoph Heinrich Hölty, Gottfried August Bürger sowie mit den Brüdern Stolberg und gehörte 1772 zu den Mitbegründern des Dichterbundes Göttinger Hain. Wichtig für Voß’ literarische Entwicklung waren ferner Begegnungen mit Matthias Claudius und mit Friedrich Gottlieb Klopstock, den er für seine eigene literarische Produktion zum Vorbild nahm. 1775 war Voß Herausgeber des Göttinger Musenalmanachs in Wandsbek (siehe Musenalmanach). Nach einer langen Tätigkeit als Schulrektor in Otterndorf und Leiter einer Lateinschule in Eutin (1778-1802) übersiedelte er als Privatgelehrter nach Jena, bevor er 1805 eine Professur in Heidelberg erhielt. Dem Kreis der Romantiker, der sich dort inzwischen um Johann Görres, Achim von Arnim und Clemens Brentano gebildet hatte, stand Voß äußerst ablehnend gegenüber. In einer zunehmend polemischer werdenden Auseinandersetzung versuchte er sich als Klassizist gegen die neue literarische Strömung zu behaupten. Voß starb am 29. März 1826 in Heidelberg. Als Dichter trat Voß vor allem mit seinen zumeist zwischen 1775 und 1802 entstandenen Idyllen hervor. Die Leibeigenschaft (1775) vereinigt zwei hexametrische Texte der Gattung, in denen ein Spannungsverhältnis aufgebaut wird zwischen einer empfindsamen Naturschilderung und der Darstellung des geschichtlich bedingten Elends der Leibeigenschaft. Weitaus weniger spannungsreich ist die Dichtung Luise. Ein ländliches Gedicht in drei Idyllen, deren einzelne Teile 1783 bzw. 1784 erschienen (vollständige Ausgabe 1795). Gegenstand der Darstellung ist das Leben des einfachen Bürgertums und seine Orientierung an Gedanken der Aufklärung. Voß’ bedeutendste Leistung liegt in der Übersetzung von Homers Odyssee (1781) und Ilias (1793) in hexametrischem Versmaß. Die Bemühungen seiner Vorgänger wurden von Voß bei weitem übertroffen. Bis 1821 nahm er zahlreiche Überarbeitungen vor, die jedoch gegenüber den Erstausgaben eher an Qualität einbüßten. Des Weiteren übertrug Voß Werke von Hesiod, Theokrit, Aristophanes, Ovid, Vergil und Horaz, die seiner Epoche ein neues Verständnis der Antike eröffneten.
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