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Windows Live® Suchergebnisse Otto WaalkesEnzyklopädieartikel
Otto Waalkes (*1948), deutscher Komiker, Autor und Produzent. Mit anarchischem Nonsens und grotesken Parodien etablierte er sich unter dem Namen „Otto” in den siebziger und achtziger Jahren als populärster deutscher Komiker. Waalkes wurde am 22. Juli 1948 als Sohn eines Malermeisters in Emden (Ostfriesland) geboren. Nach dem Abitur begann er ein Pädagogikstudium, wechselte dann aber zur Hamburger Kunstakademie. Nebenher betätigte er sich als Unterhalter in Szenekneipen, zunächst mit zur Gitarre vorgetragenen Liedern, bald vorrangig mit Kalauern und „Blödeleien”. Seine von musikalischen Einlagen unterbrochenen Slapstick- und Nonsensvorträge, die den Einfluss Heinz Erhardts erkennen lassen, verhalfen ihm schnell zu lokaler Berühmtheit. Mit Hans Otto Mertens, seinem engsten Vertrauten und Geschäftsführer, gründete Waalkes 1972 mit Rüssl Räckords ein eigenes Platten-Label und legte damit den Grundstock zu einem überaus erfolgreichen Unternehmen der Unterhaltungsindustrie. Die erste Langspielplatte Otto (1973), der Livemitschnitt eines Auftritts, wurde ein überraschender Verkaufserfolg; in der Folge veröffentlichte der Komiker zahlreiche weitere LPs, zumeist mit Liveaufnahmen seiner Bühnenprogramme, die er auf immer ausgedehnteren Tourneen spielte (16 Tourneen bis 1985 mit insgesamt rund 1,8 Millionen Zuschauern). Bis 1983 entstanden zehn Langspielplatten mit einer Gesamtauflage von 5,6 Millionen Exemplaren, u. a. Otto (die zweite) (1974), Oh, Otto (1975), Das Wort zum Montag (1977), Ottocolor (1978), Der ostfriesische Götterbote (1979), Otto versaut Hamburg (1981) und Hilfe Otto kommt! (1983). Eine Vielzahl der Gags und Sketche stammte dabei aus der Feder von Autoren der so genannten „Neuen Frankfurter Schule”, die sich im Umfeld der Satirezeitschriften Pardon und Titanic gebildet hatte. Dabei waren vor allem die Schriftsteller Robert Gernhardt, Peter Knorr und Bernd Eilert als langjährige Gagschreiber für Waalkes tätig. Jedoch beruhte sein Erfolg nicht nur auf den Pointen seiner Kalauer, sondern auch auf seiner slapstickartigen Gestik und Mimik und seiner großen körperlichen Bühnenpräsenz, womit er zu einem Vorreiter der Stand-up-Comedy in Deutschland wurde. Waalkes erschien 1973 im WDR erstmals mit einer eigenen Show im Fernsehen. Es folgten bis 1985 neun weitere Fernsehshows, in denen er teils vor Publikum, teils in eingespielten Sketchfilmen zu sehen war. Hier machte er auch den von ihm in Sekundenschnelle gezeichneten Ottifanten populär, die Karikatur eines Elefanten, der bald zu seinem Markenzeichen wurde und mit zahlreichen Merchandising-Artikeln kommerziell überaus ertragreich vermarktet wurde. Die Figur gab später auch der Ottifant productions GmbH ihren Namen. In der ersten Hälfte der achtziger Jahre, auf der Höhe seiner Popularität, veröffentlichte Waalkes außerdem mit enormem Erfolg die beiden Bücher Das Buch Otto (1980) und Das zweite Buch Otto (1984). Die collageartig aus Photographien, Zeichnungen und Texten zusammengestellten Bücher enthielten teils bereits bekannte, nun graphisch umgesetzte Kalauer, teils neue, nur in Buchform funktionierende Elemente wie etwa Parodien auf Frauenzeitschriften oder auf Zeitschriftenwerbungen. Die beiden Titel erzielten zusammen eine Auflage von etwa einer Million Exemplaren. In der Folge erschienen noch Das große Ottifantenbuch (1988), Otto – Das Tennisbuch (1992) und Otto – Das Buch des Friesen (2002). 1985 entstand Waalkes’ erster Spielfilm Otto – Der Film, 1987 folgte Otto – Der neue Film, beide unter der gemeinsamen Regie von Waalkes und Xaver Schwarzenberger auf der Basis von Drehbüchern des bewährten Teams Waalkes/Gernhardt/Eilert/Knorr. Von der Kritik eher zwiespältig aufgenommen, hatten die Kinoproduktionen, bei denen Waalkes ausgiebig mit Selbstzitaten operierte, großen Erfolg beim Publikum: So avancierte Otto – Der Film mit mehr als 14,5 Millionen Zuschauern zum seinerzeit erfolgreichsten deutschen Film seit Beginn der Zuschauererfassung; den zweiten Film sahen immerhin noch 6,5 Millionen Zuschauer. Ab Ende der achtziger Jahre wurde der als „Geblödel” etikettierte typische Otto-Humor zunehmend als überkommen empfunden. Die folgenden Kinofilme Otto – Der Außerfriesische (1989), Otto – Der Liebesfilm (1992) und vor allem der mit großem Aufwand teuer produzierte Otto – Der Katastrofenfilm (2000) waren keine Kassenschlager mehr; auch die mit einer Riege von namhaften Schauspielern und aktuell erfolgreichen Comedians bis in die kleinste Rolle prominent besetzte Schneewittchen-Parodie 7 Zwerge – Männer allein im Wald (2004, u. a. mit Cosma Shiva Hagen, Nina Hagen, Heinz Hoenig, Helge Schneider, Mirko Nontschew, Hans-Werner Olm, Ralf Schmitz, Martin Schneider, Christian Tramitz, Atze Schröder, Tom Gerhardt, Harald Schmidt) war mit 1,8 Millionen Zuschauern kein allzu spektakulärer Erfolg. Auch Waalkes’ Fernsehprojekte stießen auf immer geringeres Interesse; eine bei RTL ausgestrahlte Ottifanten-Zeichentrickserie (1993/94) sowie die mit Computertechnik aufwendig produzierte Parodie auf die deutschen Edgar-Wallace-Filme der sechziger Jahre Otto – Die Serie (RTL, 1995) hatten schwindende Einschaltquoten. 1995 ging der Komiker nach zwölfjähriger Bühnenpause erstmals wieder mit einem Liveprogramm auf Tournee. Die Auftritte, bei denen er den Fans zumeist altbekannte Otto-Nummern präsentierte, waren sehr erfolgreich; weitere Tourneen folgten 1997 und 2001. Waalkes wurde vor allem in den siebziger und achtziger Jahren mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. dem Bambi (1976, 1982, 1985, 1990), der Goldenen Kamera (1977) und dem Grimme-Preis (1984); außerdem erhielt er mehrere Goldene und eine Platinschallplatte.
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