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Windows Live® Suchergebnisse Wessobrunner GebetEnzyklopädieartikel
Wessobrunner Gebet, im 8. Jahrhundert entstandenes althochdeutsches Gedicht, vermutlich das älteste Beispiel christlicher Stabreimdichtung in der deutschen Literatur; benannt wurde es nach dem Kloster Wessobrunn, dem Aufbewahrungsort der ersten Abschrift von etwa 814. In bairischer Sprache geschrieben und aus neun Versen bestehend, handelt das Gebet vom Zustand der Welt vor der Schöpfung. Durch Hinweise darauf, was es nicht gab, wird dieser Weltzustand als negativ beschrieben; Vorbilder hierfür waren vermutlich die Bibel, aber auch germanische Formeln für die Schilderung der Urzeit. Im zweiten Teil preist der Verfasser die Existenz Gottes („enti do was der eino alalmahtico cot.”). Das Wessobrunner Gebet ist kunstvoll rhythmisiert; die Zweiteiligkeit, die erzählerische Auskleidung rücken es in die Nähe der Zauber- und Segenssprüche, namentlich der Merseburger Zaubersprüche.
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