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Wissen

Enzyklopädieartikel

Wissen, Besitz von objektiv bzw. subjektiv als wahr zu klassifizierenden Erfahrungen, die die Grundlage von Urteilen bilden können. Nach einer auf Platon zurückgehenden Definition ist Wissen die Summe der als wahr gerechtfertigten Meinungen (siehe Wahrheit). In seinem Dialog Theaitetos erörtert Platon verschiedene Erklärungen des Wissens, die alle zurückgewiesen werden: Wissen ist nicht mit Wahrnehmen gleichzusetzen; ebenso wenig ist es bloß wahre Überzeugung (die Gründe für die Überzeugung könnten falsch sein) oder wahre, wohl begründete Überzeugung, obwohl diese Definition mangels einer besseren allgemeine Verbreitung gefunden habe. Der Platon’schen Ideenlehre zufolge kann man Wissen im eigentlichen Sinn nicht von den immer im Werden befindlichen raumzeitlichen Dingen haben, sondern nur vom wahrhaften, ewigen Seienden, von den Ideen. Immanuel Kant hingegen behauptete in Umkehrung der Platon’schen Lehre, dass nur Raumzeitliches erkennbar sei, nicht aber das Ding an sich. In der Philosophie des 20. Jahrhunderts wird versucht, Wissen mit den Mitteln der Sprachanalyse zu erklären (siehe Sprachphilosophie), und das Problem der Rechtfertigung in Anlehnung an die Methoden der Naturwissenschaften zu lösen.

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