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Windows Live® Suchergebnisse Zeit (Philosophie)Enzyklopädieartikel
Zeit (Philosophie), in der Philosophie die innerlich bewusst wahrgenommene Veränderung des Werdenden. Die philosophische Reflexion über die Zeit beginnt bei Platon, der die raumzeitlichen, sinnlich wahrnehmbaren Gegebenheiten den ewigen Ideen – dem wahrhaft Seienden und denkend Erkennbaren – gegenüberstellte: Im Dialog Timaios erscheint Zeit als das bewegliche Abbild der Ewigkeit. Die erste wissenschaftliche Abhandlung über die Zeit lieferte Aristoteles im vierten Buch der Physik, wobei er den kontinuierlichen Charakter der Zeit und ihren Wesenszusammenhang mit der Bewegung betonte. Augustinus wies im elften Buch seiner Konfessionen darauf hin, dass die Zukunft (noch) nicht, die Vergangenheit nicht (mehr) und die Gegenwart nur die Grenze zwischen diesen beiden Nichtseienden und somit selber nichtig sei. Die Zeit gäbe es dank der menschlichen Seele, die Vergangenes erinnert, Gegenwärtiges wahrnimmt und Zukünftiges erwartet. J. M. E. McTaggert hat zu Beginn des 20. Jahrhunderts zwischen zwei zeitkonstitutiven Ereignisreihen, der so genannten A-Reihe und der B-Reihe, unterschieden und die Irrealität der Zeit gelehrt. In der A-Reihe sind die Ereignisse (augustinisch) eingeteilt in kommende, gegenwärtige und vergangene. Die B-Reihe ist die naturwissenschaftlich relevante Ordnung der Ereignisse nach der Früher-Später-Beziehung. Während in der klassischen Philosophie der Neuzeit (z. B. bei Spinoza, Kant und Hegel) die logische Folgerungsbeziehung als das Fundament des Zeitpfeils (der B-Reihe) angesehen wurde, habe Heidegger in Sein und Zeit (1927) das Verhältnis zwischen dem Zeitlichen und dem Logischen umzukehren versucht. Auch die Physik bemühe sich, den Zeitpfeil zu erklären. Der Relativitätstheorie Albert Einsteins verdankten wir die Erkenntnis, dass Raum und Zeit nicht unabhängig voneinander und von der Materie existieren.
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