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Zweite Lautverschiebung

Enzyklopädieartikel
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Deutsche Mundarten um 1900Deutsche Mundarten um 1900

Zweite Lautverschiebung, Veränderungen im Konsonantensystem des Urgermanischen. Sie fand zwischen dem 5. und 7. Jahrhundert n. Chr. statt und betrifft im Wesentlichen folgende Veränderungen:

1. Die stimmlosen Verschlusslaute werden zu Affrikaten (Verbindungen aus Plosiv und Frikativ, also pf, ts) im Anlaut, in In- und Auslaut nach Konsonant, sowie in der Gemination. (Beispiel: germanisch hert wird im Deutschen zu Herz.)

2. Die stimmhaften Verschlusslaute b, d, g werden zu entsprechenden stimmlosen Verschlüssen, die später zumeist wieder stimmhaft werden. (Beispiel: germanisch bindan, giban wird zu bairisch pintan, kepan.)

3. Der stimmlose Frikativ (Reibelaut) wird zum stimmhaften Verschlusslaut. (Beispiel: englisch brother wird im Deutschen zu Bruder.)

Am stärksten setzte sich die zweite Lautverschiebung bei den Baiern und Alemannen durch, im Norden am schwächsten. Eine 1984 entwickelte „Verzweigungstheorie” zur Lautverschiebung besagt, dass das Niederdeutsche und das Hochdeutsche sich unabhängig voneinander aus dem Urgermanischen entwickelt haben.

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