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Windows Live® Suchergebnisse ZwergEnzyklopädieartikel
Zwerg, kleinwüchsiges, anthropomorphes Wesen in Volksaberglaube, Sage und Märchen, das der symbolischen Deutung unerklärlicher Realitätserfahrungen dient. Das Aussehen der Zwerge wird als hässlich oder uralt beschrieben. Meist leben sie im Kollektiv unter der Erde, üben handwerkliche Tätigkeiten aus (Schmiede, Bergleute), können sich unsichtbar machen (Tarnkappe) und verhalten sich den Menschen gegenüber hilfreich und gutmütig; werden sie beleidigt, sind sie zu Hinterlist und Tücke fähig. Die Zwergenvorstellung hat ihre Wurzel im heidnischen Totenglauben: Der Handlungsort von Zwergensagen liegt oft an frühgeschichtlichen Siedlungs- und Begräbnisstätten. In der nordischen Mythologie, namentlich der Edda, entstehen die Zwerge aus Ymirs Fleisch und müssen den Göttern die Werkzeuge schmieden, die sie zur Weltherrschaft benötigen. Noch früher als in der Volkssage, wo das Zwergenmotiv oft mit anderen Figuren mythologischen Ursprungs (Dämonen, Kobolde, Geister) vermischt und das unheimliche Wesen der Zwerge meist verharmlost wird, finden sich Zwerge in der germanischen Heldendichtung (Nibelungenlied, Orendel, Dietrichsage); dort tragen sie Namen wie Alban, Alberich, Goldemar, Laurin, Gübin und Heiling. Berühmte Märchen bzw. Kunstmärchen mit Zwergen sind Zwerg Nase von Wilhelm Hauff und Schneewittchen und die sieben Zwerge von den Brüdern Grimm.
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