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Andamanen

Enzyklopädieartikel

Andamanen, rund 350 Kilometer lange Inselkette zwischen dem Golf von Bengalen und dem Andamanischen Meer, zwei Nebenmeeren des Indischen Ozeans.

Die Andamanen bestehen aus vier Hauptinseln und etwa 200 kleineren Inseln mit einer Gesamtfläche von rund 6 000 Quadratkilometern. Am 26. Dezember 2004 richtete ein durch ein Seebeben im Süden des Golfs von Bengalen ausgelöster Tsunami verheerende Schäden an. Einige flachere Inseln wurden dabei völlig überschwemmt.

Hauptort der lang gestreckten Inselgruppe ist Port Blair mit etwa 50 000 Einwohnern. Zusammen mit den südlich anschließenden Nikobaren bilden die Andamanen seit 1947 das indische Unionsterritorium Andamanen und Nikobaren. Das Klima ist, der Lage in den inneren Tropen entsprechend, ganzjährig feuchtheiß. Das Landesinnere der meisten Inseln wird von tropischem Regenwald bedeckt. An den Küsten wachsen Mangroven, ein Teil der Bestände wurde im Dezember 2004 von dem gewaltigen Tsunami zerstört. Trotz großer Schäden an Nutzflächen dominiert der Agrarsektor die Wirtschaft der Inselgruppe; wichtigste Anbauprodukte sind Reis, Kaffee und Kokospalmen. Auch die Forstwirtschaft spielt eine Rolle.

Marco Polo bereiste gegen Ende des 13. Jahrhunderts einige Inseln der Andamanen. 1868 wurden sie von Briten besetzt und dienten unter britischer Herrschaft als Strafkolonie. Seit Beendigung der 1942 begonnenen japanischen Besetzung (1947) gehören die Andamanen zu Indien. Der Lebensraum der indigenen Bevölkerung (siehe Andamaner) wurde seit Beginn der Kolonialisierung immer stärker eingeschränkt. Mittlerweile leben nur noch wenige Hundert Angehörige dieser indigenen Bevölkerung.

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