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Michael Crichton

Enzyklopädieartikel

Michael Crichton, Pseudonyme Jeffrey Hudson, Michael Douglas und John Lange, (*1942), amerikanischer Schriftsteller, Drehbuchautor und Produzent. Mit Romanen wie Congo (1980; Congo) und Jurassic Park (1990; Dino Park) avancierte er zu einem der erfolgreichsten Bestsellerautoren der amerikanischen Literatur.

Crichton wurde am 23. Oktober 1942 in Chicago (Illinois) geboren und wuchs in Roslyn (New York) auf. Ein Anthropologiestudium an der Harvard University schloss er 1964 mit der Promotion ab. Bereits mit 23 Jahren lehrte er Ethnologie an der Universität Cambridge. Nach seiner Rückkehr in die USA wurde Crichton 1969 an der Harvard Medical School zum Doktor der Medizin graduiert. Seine Ausbildung finanzierte er sich mit Thrillern, die unter Pseudonym erschienen und von denen A Case of Need (1968) den Edgar Allan Poe Award der Mystery Writer’s of America gewann (ein weiterer Edgar Award folgte 1980). Bereits The Andromeda Strain (1969; Andromeda) über die Gefahren der Raumfahrt wurde ein Bestsellererfolg, so dass Crichton die Filmrechte nach Hollywood verkaufen konnte. Bevor er sich endgültig als freier Schriftsteller niederließ, erhielt er ein Postgraduiertenstipendium des Salk Institute in La Jolla (Kalifornien). 1977 verfasste der begeisterte Sammler moderner Kunst eine Monographie über den Maler Jasper Johns. Mit Electric Life (1983) schrieb Crichton eines der ersten Bücher zur Informationstechnologie.

Ab Anfang der siebziger Jahre veröffentlichte Crichton die überaus erfolgreichen Romane The Terminal Man (1972), The Great Train Robbery (1975; Der große Eisenbahnraub), Eaters of the Dead (1976), Congo (1980; Congo), Sphere (1987; Sphere – Die Gedanken des Bösen), Jurassic Park (1990; Dino Park), Rising Sun (1992; Nippon Connection), Disclosure (1994; Enthüllung), The Lost World (1995; Lost World – Vergessene Welt), Twister (1996; Twister), Timeline (1999; Timeline), Prey (2002; Beute), State of Fear (2004; Welt in Angst) und Next (2006; Next). In diese Bücher ließ er seine profunden Kenntnisse in Zoologie, Neurophysiologie, Biophysik, Nanotechnologie, Ökologie, Ökonomie, Geschichte und Genetik einfließen und verknüpfte spannend konstruierte Plots mit futuristischen (oft visionären) Wissenschafts- und Technologieszenarien.

Jurassic Park erzählt von einem Freizeitpark auf einer Insel vor Costa Rica, in dem geklonte Dinosaurier zur Attraktion werden sollen. Doch die Riesenechsen brechen aus und werden zu lebensgefährlichen Jägern. Mit diesem Roman appellierte Crichton an eine moralische Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten und Grenzen modernen Wissenschaft und kritisierte zugleich die Verantwortungslosigkeit der modernen Unterhaltungsindustrie. In Congo stehen die Erlebnisse einer Expedition zur geheimnisvollen Dschungelstadt Zinj im Zentrum des Geschehens. Disclosure spielt effektvoll mit den Geschlechterklischees und erzählt von der sexuellen Belästigung eines Angestellten durch seine Vorgesetzte. Damit griff Crichton medienwirksam das populäre Boulevardthema über sexual harassment auf und entfachte in den USA eine Diskussion über Political Correctness innerhalb der Literatur. Der kontrovers diskutierte Roman State of Fear handelt von radikalen Umweltschützern, die künstlich eine verheerende Umweltkatastrophe auszulösen versuchen, um die Welt auf den drohenden Klimawandel aufmerksam zu machen. Crichtons Romane wurden in mehr als 20 Sprachen übersetzt.

Viele von Crichtons Bestsellern wurden für das Kino verfilmt, u. a. The Great Train Robbery (1978; Der erste große Eisenbahnraub), Rising Sun (1993; Die Wiege der Sonne), Jurassic Park (1993; Jurassic Park), Disclosure (1994; Enthüllung), Congo (1995; Congo), Twister (1996; Twister), Sphere (1998; Sphere – Die Macht aus dem All) und Timeline (2003; Timeline). Unter den Verfilmungen wurde vor allem der computertechnisch neue Maßstäbe setzende Jurassic Park von Steven Spielberg bekannt, eine der erfolgreichsten Produktionen der Filmgeschichte.

Crichton verfasste auch selbst Drehbücher für Kinofilme und führte dabei Regie, so bei Westworld (1972; Westworld), Coma (1977; Coma, eine Verfilmung des gleichnamigen Medizinthrillers von Robin Cook), Looker (1982; Kein Mord von der Stange), Runaway (1984; Runaway – Spinnen des Todes), und Physical Evidence (1988; Die Anwältin). Darüber hinaus kreierte der Autor die erfolgreiche Arztserie ER – Emergency Room (1994), die 1995 mit acht Emmys ausgezeichnet wurde.

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