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Windows Live® Suchergebnisse DichterkrönungEnzyklopädieartikel
Dichterkrönung, zur Zeit des Humanismus in Italien 1314 wieder aufgenommene und in antiker Tradition stehende Auszeichnung eines Dichters zumeist von staatlicher Seite, hin und wieder auch durch einen Künstler oder eine Künstlergruppe. 1341 wurde Petrarca öffentlich von einem römischen Senator auf dem Kapitol gekrönt. Zu den deutschen Kaisern, die unter Berufung auf ihre Beerbung römischer Herrscher Dichterkrönungen abhielten, gehörten Karl IV. und Friedrich III. Letzterer zeichnete mit Konrad Celtis 1487 in Nürnberg den ersten Deutschen aus. Unter Maximilian I. folgte die Dichterkrönung einem festen Ritual, zu dessen Insignien der Lorbeerkranz und der Ring gehörten; verbunden mit der Auszeichnung war die Erlaubnis zur Dozentur über Rhetorik und Poetik an deutschen Universitäten sowie die Berechtigung, den Titel eines Poeta Caesarus laureatus zu tragen. Unter anderem Jakob von Hutten (1518), Martin Opitz (1625) und Christian Friedrich Daniel Schubart (1766) hatten den Titel inne. Seit dem 17. Jahrhundert wurde die Institution der Dichterkrönung Ziel spöttischer Kritik; letzte Weihen fanden in Deutschland Anfang des 19. Jahrhunderts statt. Unter den Schriftstellern bzw. Kritikern erhielt Johann Christoph Gottsched das Privileg, Dichter zu krönen. Im englischsprachigen Raum existiert bis heute die Auszeichnung zum Poet laureatus. 1963 erhielt J. Eberle für seine lateinische Lyrik den Titel von der Universität Tübingen.
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