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Philip K. Dick

Enzyklopädieartikel

Philip K. Dick (1928-1982), amerikanischer Schriftsteller. Bekannt wurde er mit Sciencefictionliteratur, durch die er neben J. G. Ballard zu einem der wichtigsten zeitgenössischen Vertreter des Genres avancierte. Ridley Scotts Film Blade Runner (1982) verarbeitet Motive einer seiner Erzählungen.

Philip Kindred Dick wurde am 16. Dezember 1928 in Chicago geboren und veröffentlichte als 14-Jähriger seine erste Erzählung. Zwischen 1962 und 1970 schrieb er die bedeutendsten seiner Romane, mit denen er dem Genre neue Züge verlieh, darunter The Man in the High Castle (1962) und Martian Time Slip (1964; Marsianischer Zeitsturz); hier weicht eine für die Sciencefictionliteratur ansonsten typische optimistische Sicht auf die technologische Zukunft einer bisweilen humoristisch überspitzten Skepsis. In den sechziger Jahren avancierte The three Stigmata of Palmer Eldritch (1965; Die drei Stigmata des Palmer Eldritch) über den Kampf eines offiziellen Drogenindustriellen um sein bedrohtes Monopol auf dem Mars und die bewusstseinsverändernden Folgen seiner synthetischen Produktion als „LSD-Roman” zum Kultbuch. Als Höhepunkt von Dicks Werk gilt gemeinhin der von Stanislaw Lem hoch gelobte Roman Ubik (1969), dessen verschachtelte Handlung nicht zuletzt mit dem Gedanken spielt, dass der Mensch in einem von fremden Mächten gelenkten Universum durch den Einsturz von Raum- und Zeitkategorien seine Souveränität verliert. 1975 kam mit Confessions of a Crap Artist (Eine Bande von Verrückten) der einzige zu Lebzeiten des Autors veröffentlichte Gesellschaftsroman über das amerikanische Kleinstadtleben heraus. Dick starb am 2. März 1982 an einem Schlaganfall in Santa Ana (Kalifornien). Bis dahin hatte er 60 Romane, darunter 58 Sciencefictionromane, verfasst. Zudem hinterließ er ein über 10 000 Seiten umfassendes Tagebuch.

1982 kam unter der Regie Ridley Scotts der Film Blade Runner nach Motiven von Philip K. Dicks Erzählung Do Androids Dream of Electric Sheep? mit Harrison Ford, Rudger Hauer und Daryl Hannah in die Kinos. In der gewaltigen Kulisse einer Megalopole des Jahres 2019 angesiedelt, schildert Blade-Runner die Jagd des Spezialdetektivs Rick Deckard nach vier gentechnologisch hergestellten künstlichen Menschen (Replikanten), die im Verlauf immer menschlichere Züge annehmen, und setzte durch sein düster-bedrohliches Szenario neue Maßstäbe für das Genre des Sciencefictionfilms. Auf den Internationalen Filmfestspielen in Berlin wurde 1993 erstmals ein so genannter Director’s Cut gezeigt, eine vom Regisseur authorisierte Fassung, die ohne Off-Stimme auskommt und die Fabel durch einen offenen Schluss (es wird nahe gelegt, dass es sich auch bei Deckard um einen Replikanten handeln könnte) nicht eindeutig optimistisch ausklingen läßt. 1995 veröffentlichte der seit 1972 mit Dick befreundete K. W. Jeter mit dem Roman Blade Runner II eine Fortsetzung des Filmstoffs, der Momente der Scottschen Kinoproduktion im Rahmen einer groß angelegten Verschwörungstheorie umdeutet.

Ein weiterer Film, der sich oberflächlich an Motiven von Dicks Erzählung We Can Remember it for You Wholesale über den Kampf eines Protagonisten mit synthetisch veränderter Identität gegen eine totalitäre Zukunftsregierung orientierte, war Die totale Erinnerung – Total Recall (1990) von Paul Verhoeven mit Arnold Schwarzenegger.

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