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Windows Live® Suchergebnisse Vigdis FinnbogadóttirEnzyklopädieartikel
Vigdis Finnbogadóttir (*1930), isländische Theaterwissenschaftlerin, Philologin und Politikerin, Staatspräsidentin von Island (1980-1996). Vigdís Finnbogadóttir wurde am 15. April 1930 in Reykjavík geboren. Sie studierte in Grenoble, Paris, Kopenhagen und Uppsala Literatur, Theaterwissenschaften und französische Philologie und lehrte anschließend an der Universität von Reykjavík französische Literatur. 1972 übernahm sie zusätzlich zu ihrem Lehrauftrag auch die Leitung des isländischen Staatstheaters. 1980 wurde sie als Parteilose zur Staatspräsidentin gewählt; sie war das erste demokratisch gewählte weibliche Staatsoberhaupt der Welt. Dreimal wurde sie jeweils mit großer Mehrheit im Amt bestätigt; bei manchen Wahlen hatte die äußerst populäre Vigdís Finnbogadóttir keinen Gegenkandidaten. 1996 verzichtete sie auf die Kandidatur für eine fünfte Amtszeit. Vigdís Finnbogadóttir erwarb sich vor allem in Island, aber auch weltweit große Verdienste um die Gleichberechtigung der Frauen. Zahlreiche isländische Frauen folgten ihren Aufforderungen und gingen in die Politik. Dort gelangten sie teilweise in Ämter, die bisher traditionell mit Männern besetzt waren. 1982 schaffte eine Frauenpartei den Einzug in das Parlament. 1996 rief Vigdís Finnbogadóttir die Woman World Leaders ins Leben, eine Organisation mit Sitz an der Harvard University, die sich aus ehemaligen und noch amtierenden Staats- und Regierungschefinnen zusammensetzt und deren Ziel es ist, Gleichberechtigung und Demokratie durch die Förderungen von Frauen in verantwortlichen politischen Positionen voranzutreiben. Bis 2000 war Vigdís Finnbogadóttir Vorsitzende der Organisation. Im Januar 1998 übernahm sie zudem den Vorsitz (bis 2001) der neu gegründeten Welt-Ethikkommission für Wissenschaft und Technologie der UNESCO, die sich als multidisziplinäres und multikulturelles Gremium vor allem mit den Chancen und Risiken des technischen Fortschritts für die Gesellschaft befasst. Im November 1998 wurde sie überdies UNESCO-Sonderbotschafterin für Sprachen und 2000 Sonderbotschafterin gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Als Sprachenbotschafterin setzte sie sich vordringlich für den Erhalt des Welt-Sprachenerbes ein, für die Gleichberechtigung der Sprachen als Teil der Menschenrechte und für den Austausch von Sprachen als Mittel zur gegenseitigen Verständigung. Seit 2001 ist Finnbogadóttir außerdem eine der treibenden Kräfte bei dem Projekt Voices of the World, das alle lebenden Sprachen per Film zu dokumentieren sucht. Für ihr Engagement nicht nur in der Politik wurde Finnbogadóttir mit zahlreichen Preisen und Ehrungen ausgezeichnet.
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