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Windows Live® Suchergebnisse Modest MussorgskijEnzyklopädieartikel
Modest Mussorgskij (1839-1881), russischer Komponist. Mussorgskij wurde am 21. März 1839 auf dem Landgut Karewo in Twer (Pleskau) geboren. Er begann zunächst eine Offizierslaufbahn (1856-1858). Schon bald interessierte er sich jedoch für Kompositionstechnik und bildete sich als Autodidakt. Beeinflusst wurde Mussorgskij von dem so genannten „Mächtigen Häuflein”, einer patriotisch-demokratisch gesinnten Gruppe um Milij Balakirew in Sankt Petersburg. In einem Manifest propagierte diese die Erneuerung der russischen Musik aus dem Geist der Volksmusik. Mussorgskij verfolgte darüber hinaus ein Konzept des unbedingten Realismus, das sich in einem besonderen Sinn für dramatische Effekte und einer besonders ausgefeilten Verbindung von Sprache und Musik äußerte (vor allem in seinen Opern). Mussorgskijs Kompositionen sind häufig durch die musikalische Umschreibung von Erlebnissen oder Lebensvorgängen gekennzeichnet. Das bekannteste Beispiel hierfür sind die dem befreundeten Maler Viktor Hartmann gewidmeten Bilder einer Ausstellung (1874), die, ursprünglich als Klavierstück konzipiert, heute vor allem in der Orchesterbearbeitung Maurice Ravels von 1922 beeindrucken und durch den ausdrucksstarken Einsatz wechselnder musikalischer Stimmungen geprägt sind. Mussorgskijs kompositorisches Vokabular wurzelt außerdem erkennbar in der russischen Volksmusik, vor allem in den Opern (Salambo, 1863-1866; Der Jahrmarkt von Sorotschinzy, 1876-1881; Chowanschtschina, 1872-1880; Boris Godunov, 1. Fassung 1868/69, 2. Fassung 1871/72). Seinen Hang zu düsteren Klangfarben zeigte er auch in Lieder und Tänze des Todes (1875-1877). Viele seiner Werke blieben fragmentarisch oder wurden von befreundeten Komponisten wie Rimskij-Korsakow vollendet (z. B. Chowanschtschina). Da Mussorgskijs fordernde Originalität nicht unbedingt dem Zeitgeschmack entsprach, wurden seine Kompositionen im Nachhinein oft auf diesem Weg „entschärft”. Zudem gelang es Mussorgskij nicht, von der Musik zu leben, so dass er zeitweilig auf die finanzielle Unterstützung von Freunden angewiesen war. Die gewählte Künstlerexistenz hatte sein ererbtes Vermögen schnell aufgezehrt, so dass er schließlich eine kleine Beamtenstellung annahm (ab 1863); er trat aber weiterhin auch als Konzertpianist auf. Der in seiner Arbeitsweise ebenso genialische (weil über die detaillierte Ausarbeitung gern hinweggehende) wie von der Nachwelt schließlich als genial anerkannte Künstler starb am 28. März 1881, völlig verarmt und von seiner lebenslangen Alkoholsucht gezeichnet, in Sankt Petersburg einen frühen und einsamen Tod.
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