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Windows Live® Suchergebnisse PhyleEnzyklopädieartikel
Phyle, ursprünglich Bezeichnung für einen griechischen Stammesverband, dann für eine Gruppierung der Bürger in griechischen Stadtstaaten, der römischen Tribus vergleichbar. In der griechischen Frühzeit gab es im ionischen Bereich, z. B. in Athen, vier, im dorischen Bereich drei Phylen. Kleisthenes erhöhte im Zuge der Neuordnung Athens 508/507 v. Chr. die Anzahl der Phylen auf zehn, die nach territorialen Gesichtspunkten gegliedert waren und auf denen in der Folge die staatliche Ordnung Athens aufbaute. Diesem Beispiel folgten viele andere griechische Städte. Die Phylen setzten sich aus mehreren Phratrien („Bruderschaften”) zusammen; sie bestimmten die Heeresordnung, verfügten über gemeinsamen Grundbesitz, bildeten Kultgemeinschaften und waren nach dem Prinzip der Selbstverwaltung organisiert. Als politische Institutionen regelten die Phylen die politische Mitwirkung der in ihnen organisierten Bürger, so etwa im Rat der Stadt. Die Zugehörigkeit zur Phyle wurde vererbt. Je nach lokalen Gegebenheiten konnte sich die Phylengliederung auf familienrechtliche Zusammenhänge oder auch die regionale Herkunft der Bürger beziehen. Phylen waren auch Mittel der politischen Auseinandersetzung. Im Fall von Kleisthenes etwa sollte die Neugliederung der Bürgerschaft die Dominanz der alten, landbesitzenden Aristokratie zugunsten des aufstrebenden Handelsbürgertums beschneiden.
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