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Windows Live® Suchergebnisse Schwarze RomantikEnzyklopädieartikel
Schwarze Romantik, auch Schauerromantik, von dem italienischen Literaturwissenschaftler Mario Praz in seiner Studie La Carne, la Morte e il Diavolo nelle Letteratura Romantica (1963; Liebe, Tod und Teufel. Die schwarze Romantik) näher untersuchte Tendenz des 19. Jahrhunderts, namentlich der Romantik und der Dekadenzliteratur, sich dem Abseitig-Exzessiven, Schaurig-Dämonischen, Satanischen und Phantastisch-Grotesken zuzuwenden. Nach Praz läßt sich in dieser Phase der europäischen Geistesgeschichte ein verfeinert-dekadenter Ästhetizismus ausmachen, der in einer stark erotisch-sensitiven und übersteigert-morbiden Haltung auch innerhalb der Dichtung münde. Henker, Vampire, männermordende Frauen (femme fatale), Zwerge, Gnome und Dämonen gehörten zu ihrem Personal. Bedeutende Vertreter der schwarzen Romantik, als deren Ahnherr Praz Marquis de Sade begreift, waren etwa Ludwig Tieck, E. T. A. Hoffmann, Lord Byron, Algernon Charles Swinburne und Edgar Allan Poe, aber auch Gérard de Nerval, Gustave Flaubert, Charles Baudelaire und Gabriele D’Annunzio. Darüber hinaus fand die Tendenz vor allem in der Trivialliteratur mit ihrer teils amoralisch-abnormen Thematik (Inzest, Nekrophilie etc.) eine Ausprägung, namentlich im Schauerroman und in der Gespenstergeschichte.
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