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Sylt

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Sylt, nördlichste deutsche und größte der Nordfriesischen Inseln, im Westen Schleswig-Holsteins, in der Nähe der dänischen Grenze.

Die Insel ist 99 Quadratkilometer groß, etwa 37 Kilometer lang und bis zu 13 Kilometer breit. Im Osten ist sie seit 1927 über den elf Kilometer langen Hindenburgdamm, auf dem eine Eisenbahntrasse verläuft, mit dem Festland verbunden. Die bis zu 52 Meter hohen Erhebungen der Insel sind stark abgetragene Reste (Geestkerne) von Altmoränen (Elster-/Saale-Eiszeit). An diese schließen sich im Norden und im Süden lang gestreckte, zum Teil von Dünen bedeckte Halbinseln (siehe Nehrungen) an. Im Norden des Hauptortes Westerland wird ein Geestkern, das „Rote Kliff”, und im Osten von Kampen das „Weiße Kliff” von der Nordsee erodiert. Seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert versucht man, einen weiteren Abtrag der Kliffs und der Nehrungen durch verschiedene Küstenschutzmaßnahmen (z. B. Buhnen und Sandvorspülung) einzuschränken.

Vor rund 1 000 Jahren war Sylt noch Teil Jütlands. Es wurde erst durch mehrere Sturmfluten im Lauf des Mittelalters zur Insel. Im 8. und 9. Jahrhundert wurde Sylt von Friesen besiedelt. 1386 wurde es zwischen dem Herzog von Schleswig und dem Königreich Dänemark aufgeteilt. 1435 ging die Insel – bis auf die Halbinsel Listland, die bis 1864 zu Dänemark gehörte – an das Herzogtum Schleswig über. Im 17. und 18. Jahrhundert gelangten die Bewohner der Insel durch Walfang, Seefahrt und Austernzucht zu Wohlstand. Heute lebt der überwiegende Teil der rund 20 000 Einwohner vom Fremdenverkehr oder der Landwirtschaft, den beiden bedeutendsten Wirtschaftszweigen der Insel.

Große Teile der Insel stehen mittlerweile unter Natur- oder Landschaftsschutz; der Gezeitenbereich der Nordsee im Osten Sylts sowohl im Süden als auch im Norden des Hindenburgdammes gehört zum Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Die Wattenmeerstation in List an der Nordküste untersucht die Entwicklung der Tier- und Pflanzenwelt im Gezeitenbereich sowie Veränderungen im Ökosystem Wattenmeer.

Das Wattenmeer zwischen Sylt, Föhr und Amrum wurde im Herbst 1998 stark verschmutzt. Nachdem der Frachter Pallas südwestlich von Amrum gestrandet war, liefen etwa 50 Tonnen Öl in die Nordsee. Bei orkanartigen Stürmen wurden im Dezember 1999 und im Januar 2000 Teile des die Insel schützenden Dünengürtels zerstört. Darüber hinaus wurden auch Teile der Kliffs abgetragen.

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