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Windows Live® Suchergebnisse AntiquariatsbuchhandelEnzyklopädieartikel
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Antiquariatsbuchhandel, der gewerbsmäßige Vertrieb bzw. Handel mit alten, seltenen und wertvollen sowie gebrauchten Büchern und Restauflagen. Die Aufgabe des Antiquariats besteht im Unterschied zu Sortiment und Verlag im Auffinden, der wissenschaftlichen Erfassung und dem Verkauf alter Bücherbestände. Für den Antiquariatsbuchhandel maßgeblich ist die Auswahl des Interessanten und Wertvollen aus der Flut der alten Bücherbestände. Gehandelt werden traditionell Handschriften des Mittelalters und der Neuzeit, Inkunabeln (Drucke bis 1500), wissenschaftliche Werke, literarische Erstausgaben, illustrierte Bücher, geographische und landeskundliche Literatur, daneben aber auch Kinderbücher, Autographen, alte Landkarten und Stadtansichten. Die Angebote des Antiquariats an seine Kunden, Gelehrte und Bücherliebhaber, erfolgen durch direktes Angebot, durch Kataloge, auf Messen und durch Buchauktionen. Während das wissenschaftliche Antiquariat die Versorgung von Gelehrten, Instituten und Bibliotheken mit gesuchten oder verloren gegangenen Werken sowie den Aufbau neuer Forschungsbibliotheken übernommen hat, befasst sich das bibliophile Antiquariat u. a. mit der Suche und dem Verkauf schöner und sammelnswürdiger Liebhaberstücke. Spezialgebiete sind der Handel mit Handschriften und Autographen sowie Musikalien. Das moderne Antiquariat vertreibt von den Verlagen abgegebene Restauflagen, Remittenden und billig produzierte Bücher, die so genannte „Ramschware”. In den großen Städten finden sich auch Läden mit gebrauchten Büchern, im englischen Sprachraum Secondhandbooks genannt. Der Übergang zum Floh- und Trödelhandel ist fließend.
Das Antiquariat entwickelte sich um 1800 aus den bereits im 16. und 17. Jahrhundert in England und den Niederlanden gebräuchlichen Versteigerungen von Gelehrtenbibliotheken. Seine Hochblüte erlebte der Antiquariatsbuchhandel unter dem Einfluss des Historismus und des Ideals der bürgerlichen Bildung zwischen 1871 und 1914. Nach dem 1. Weltkrieg konnte das Antiquariat an diese Hochzeit anknüpfen, musste aber besonders im Deutschland der Inflationszeit Einbußen hinnehmen. Den schwersten Einbruch erlebte es durch die Vertreibung und Ermordung der deutsch-jüdischen Antiquare, unter welchen die bedeutendsten – u. a. Martin Breslauer und die Familie Rosenthal – waren. Einige von ihnen konnten ihre Geschäftstätigkeit aber im Exil von der Schweiz, den Niederlanden, von England und den USA aus fortsetzen. Nach 1945 formierte sich der internationale Antiquariatshandel neu; es bildeten sich Landesverbände der Händler, welche in der International League of Antiquarian Booksellers (ILAB) zusammengeschlossen sind.
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