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Deutsche Postgewerkschaft

Enzyklopädieartikel

Deutsche Postgewerkschaft (DPG), Arbeitnehmerorganisation für Beschäftigte der Deutschen Bundespost bzw. der daraus hervorgegangenen Unternehmen Deutsche Post AG, Deutsche Telekom AG und Deutsche Postbank AG. Die DPG löste sich 2001 auf und ging in der Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) auf.

Vorläuferorganisation der Postgewerkschaft war der Verband Deutscher Postassistenten, der am 6. Juni 1890 in Friedrichshain in Berlin gegründet worden war (Namensänderungen: 1891: Verband der Post- und Telegraphenassistenten; 1907: Verband der mittleren Post- und Telegraphenbeamten; 1920: Verband Deutscher Post- und Telegraphenbeamten; 1921: Deutscher Postverband). 1898 organisierten sich die Postunterbeamten im Verband deutscher Post- und Telegraphen-Unterbeamtenvereine. Der Verband wurde nach einem Jahr wieder aufgelöst und 1908 als Verband Deutscher Post- und Telegraphenunterbeamten wieder gegründet (Namensänderungen: 1920: Verband der unteren Post- und Telegraphenbeamten; 1920: Reichsverband Deutscher Post- und Telegraphenbeamten).

Um 1900 hatten sich mehrere kleine Organisationen gebildet, die Partikularinteressen der verschiedensten Postbediensteten wahrnahmen. Die Zuordnung zu den Einzelverbänden erfolgte je nach Zugehörigkeit zum Post- oder Fernmeldedienst, nach Eingangsvoraussetzungen wie Zivil- oder Militärdienst, nach dem Geschlecht oder nach verschiedenen Dachorganisationen (Beamtenbund, sozialistischen, christlichen, liberalen oder nationalen Gewerkschaften). 1921 wurde die Reichsgewerkschaft der Post- und Telegraphenbeamten als Dachorganisation gegründet; sie musste sich aber nach einem Jahr wieder auflösen. 1929 kam es dann zur Gründung der Reichsarbeitsgemeinschaft, der sich auch die bisherigen Verbände des Postpersonals anschlossen. Bis zur zwangsweisen Auflösung durch die Nationalsozialisten 1933 waren rund 317 000 Postler in zehn Postpersonalverbänden gemeinsam in der Internationale des Personals der Post-, Telegraphen- und Telefonbetriebe organisiert.

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges und der Wiederzulassung freier Gewerkschaften schlossen sich auf dem Vereinigungsverbandstag vom 29. und 30. Juni 1949 in Stuttgart-Bad Cannstatt 139 000 Mitglieder verschiedener örtlicher und regionaler Postlerorganisationen zur Deutschen Postgewerkschaft (DPG) zusammen. Wenig später beteiligte sich die DPG an der Gründung des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Im November 1999 stimmte ein Sonderkongress der DPG grundsätzlich der Fusion mit den Gewerkschaften ÖTV, DAG, HBV und IG Medien zur Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) zu. Im März 2001 vollzog die DPG ihre Selbstauflösung und konstituierte sich zusammen mit den anderen vier Fusionsgewerkschaften als ver.di neu. Die DPG hatte zuletzt etwa 446 000 Mitglieder.

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