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Windows Live® Suchergebnisse Carlo SchmidEnzyklopädieartikel
Carlo Schmid (1896-1979), Jurist und Politiker (SPD). Schmid wurde am 3. Dezember 1896 in Perpignan geboren. Nach seinem Jurastudium war er zunächst als Rechtsanwalt tätig und anschließend von 1927 bis 1940 als Richter. Im 2. Weltkrieg tat er von 1940 bis 1945 Dienst als Kriegsverwaltungsrat. Nach Kriegsende 1945 trat er der SPD bei und beteiligte sich in der Französischen Besatzungszone maßgeblich am Wiederaufbau der Partei und an der Errichtung des Landes Württemberg-Hohenzollern (siehe Baden-Württemberg: Geschichte). 1945/46 war er Staatsrat für Justiz, 1946/47 Staatspräsident und Landesdirektor für Justiz und 1947/48 stellvertretender Ministerpräsident in Württemberg-Hohenzollern. 1948/49 gehörte er dem Parlamentarischen Rat an und wirkte als Vorsitzender von dessen Hauptausschuss wesentlich an der Ausarbeitung des Grundgesetzes mit. Von 1949 bis 1972 war Schmid Mitglied des Deutschen Bundestages und von 1949 bis 1966 sowie von 1969 bis 1972 dessen Vizepräsident. Außerdem amtierte er von 1963 bis 1966 als Präsident der parlamentarischen Versammlung der Westeuropäischen Union, von 1966 bis 1969 in der großen Koalition als Bundesminister für Angelegenheiten des Bundesrates und der Länder und in den folgenden Jahren bis zu seinem Tod als Koordinator für die deutsch-französische Zusammenarbeit. Als Mitglied des Vorstandes der SPD (1947-1973) war er wesentlich an der Formulierung des Godesberger Programms von 1959 beteiligt. Neben seinen politischen Ämtern und Funktionen hatte Schmid von 1946 bis 1953 eine Professur für Völkerrecht in Tübingen inne und von 1953 bis 1966 war er Professor für Politikwissenschaft in Frankfurt am Main. Daneben überzeugte er als Übersetzer romanischsprachiger Autoren wie z. B. Charles Baudelaire, Niccolò Machiavelli und André Malraux. Er war Mitglied des bundesdeutschen PEN-Zentrums (siehe PEN-Club) und erhielt 1967 den Frankfurter Goethe-Preis; außerdem veröffentlichte er zahlreiche Werke zu juristischen, politischen und kulturhistorischen Aspekten, u. a. Vom Reich der Freiheit. Schillers Vermächtnis (1955), Politik und Geist (1961) und Der Weg des deutschen Volkes nach 1945 (1967). 1979 erschienen seine Erinnerungen. Carlo Schmid starb am 11. Dezember 1979 in Bonn.
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