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Abwasser

Enzyklopädieartikel
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AbwasserAbwasser
Artikelgliederung
1

Einleitung

Abwasser, vom Menschen verwendetes, meist mit Schmutz und Abfallstoffen verunreinigtes oder in seinen natürlichen Eigenschaften und Inhaltsstoffen verändertes Wasser.

Die Verunreinigungen und Veränderungen des Wassers erfolgen überwiegend durch häuslichen, industriellen und landwirtschaftlichen Gebrauch. Der größte Teil des häuslichen Abwassers entstammt Sanitäranlagen sowie Wasch- und Spülmaschinen; industrielles Abwasser fällt in Produktionsbetrieben an, in denen z. B. Nahrungsmittel, chemische Erzeugnisse oder Metallwaren hergestellt werden; landwirtschaftliches Abwasser entsteht durch die Verunreinigung von Niederschlagswasser mit Düngemitteln, Pflanzenschutzmitteln und Fäkalien. Bei der Definition von Abwasser spielen die Ursache und der Grad der Verschmutzung keine Rolle. So gilt auch das auf versiegelte Flächen – z. B. Dächer, asphaltierte Wege und Plätze – fallende Regenwasser, sofern es in die Kanalisation geleitet und der öffentlichen Abwasserreinigung zugeführt wird, als Abwasser. Auch Kühlwasser von Kraftwerken wird als Abwasser bezeichnet, obwohl es nicht verschmutzt wurde.

2

Gesetzliche Regelungen

Das Einleiten von Abwässern in die Kanalisation ist in Deutschland im Wasserhaushaltsgesetz geregelt. Darin ist u. a. vorgegeben, unter welchen Voraussetzungen verunreinigtes Wasser eingeleitet werden darf und welche Grundregeln bei der Abwasserentsorgung einzuhalten sind. Die Festsetzung von Grenzwerten für bestimmte Inhaltsstoffe soll vor allem die Verschmutzung des Grundwassers verhindern. Die Beseitigung der Abwässer von baulichen Anlagen wie Wohn- und Geschäftshäusern, Gewerbebetrieben und Industrieanlagen wird durch die Vorschriften der landesrechtlichen Bauordnungen geregelt. Die Benutzung der öffentlichen Kanalisation für die Ableitung von Abwasser ist gebührenpflichtig und wird über die Gemeindeabgaben erhoben. Die Einleitung in stehende oder fließende Gewässer bedarf nach dem Wasserhaushaltsgesetz und dem Abwasserabgabegesetz einer wasserrechtlichen Genehmigung und kostet ebenfalls Gebühren.

Der Abwasseranfall in den Städten Deutschlands schwankt; der Höchstwert liegt bei rund 400 Litern pro Tag und Einwohner. Im Durchschnitt rechnet man in Mitteleuropa mit 100 bis 250 Litern pro Tag und Einwohner.

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