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Windows Live® Suchergebnisse AntitheaterEnzyklopädieartikel
Antitheater, Sammelbegriff für verschiedene Strömungen des modernen experimentellen Theaters, die sich als Gegenpol zum Illusionstheater bzw. zu realistischen Traditionen des Dramas verstehen und dessen Ideale (stringente Handlungs- und Dialogführung, psychologische Figurenzeichnung etc.) persiflieren oder unterwandern. Die Bezeichnung dient vor allem zur Charakterisierung von Stücken des absurden Theaters und geht auf Eugène Ionesco zurück, der seinem 1950 uraufgeführtem Debüt La cantatrice chauve (erschienen 1954, Die kahle Sängerin) den Untertitel Anti-Stück gab. Tatsächlich ist La cantatrice chauve nicht zuletzt als Parodie auf bestimmte Verfahrensweisen der Dialogführung zu verstehen, wie sie sich insbesondere in der Tradition des Salon- oder Konversationsstück herausgebildet hatten. Wortspiele und Sentenzen erscheinen nicht mehr als sinnhafte Zuspitzungen, sondern als nichts sagende Formeln und monotone Wiederholungen. In programmatischer Absicht verwendete auch Rainer Werner Fassbinder den Begriff des Antitheaters für Stücke wie z. B. Katzelmacher (Uraufführung 1968, erschienen 1970), die Probleme der Gewalt und der Sexualität im kleinbürgerlichen bzw. kriminellen Milieu thematisieren. Von 1968 bis zu dessen Auflösung 1971 leitete Fassbinder zudem das aus dem Action-Theater hervorgegangene Antitheater in München.
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