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Windows Live® Suchergebnisse AristotelismusEnzyklopädieartikel
Aristotelismus, Sammelbezeichnung für verschiedene sich an der Philosophie des Aristoteles orientierende philosophische Richtungen. Entscheidenden Anteil an der Herausbildung einer solchen Traditionslinie innerhalb der abendländischen Philosophie hatten Andronikos von Rhodos als bedeutender Herausgeber aristotelischer Schriften und Alexander von Aphrodisias als maßgeblicher Kommentator. Große Bedeutung für die weitere Entwicklung des Aristotelismus in der Spätantike kommt dem Neuplatonismus zu, der in Teilen versucht, das aristotelische Denken und die Philosophie Platons miteinander zu verbinden. Der wirkungsmächtige Einfluss aristotelischen Gedankenguts auch auf die arabische Philosophie und Naturwissenschaft einschließlich der Medizin verbindet sich insbesondere mit den Namen Avicenna und Averroes sowie mit Jokub ibn Ishak Kindi und al-Farabi; deren Arbeit wiederum wirkte nachhaltig auf Europa und das europäische Aristotelesverständnis zurück. So bilden etwa die Kommentare des Averroes im Mittelalter maßgebende Quellen auch für die europäische Aristotelesforschung. Für die ebenfalls arabisch beeinflusste Aristotelesrezeption in der jüdischen Philosophie war der Spanier Moses Maimonides ausschlaggebend. Für die Philosophie des Christentums sind für die Fortbildung des Aristotelismus insbesondere Albertus Magnus und Thomas von Aquin als federführend zu nennen. Auf sie stützt sich u. a. die katholische Theologie der Neuscholastik. Auch in der protestantischen Philosophie gibt es eine sich vor allem auf Philip Melanchthon stützende aristotelische Tradition.
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