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Windows Live® Suchergebnisse ArthroseEnzyklopädieartikel
Arthrose, auch Osteoarthrose, fachsprachlich Arthrosis deformans, chronische, verschleißbedingte Gelenkerkrankung. Arthose kann an allen Gelenken auftreten. Häufig betroffen sind Knie- und Hüftgelenke, die durch das Körpergewicht besonderen Belastungen ausgesetzt sind. Das Risiko, an Arthrose zu erkranken, nimmt mit dem Lebensalter zu. Die Ursachen können vielfältig sein: Primärer Gelenkverschleiß entsteht z. B. durch Überbeanspruchung bei schwerer Arbeit oder beim Sport, durch zu hohes Körpergewicht (siehe Adipositas), auch durch Verminderung der Leistungsfähigkeit der Gelenkgewebe aufgrund von Alterung oder Stoffwechselstörungen. Sekundäre Arthrosen treten u. a. nach angeborenen Fehlbildungen wie Hüftpfannendysplasie oder Gelenkluxationen (Verrenkungen) auf. Sie können zudem Folge von Wachstumsstörungen im Jugendalter sein sowie von Gelenkentzündungen oder nach Gelenkverletzungen und bei X-Beinen auftreten. Bei arthrotischen Gelenken kommt es zur Abnutzung der Knorpelschicht und zur anschließenden Deformierung des Knochens. Durch Abrieb von Knorpelsubstanz können schmerzhafte Entzündungen der Gelenkmembran (Synovialis) auftreten, welche die Gelenkschmiere bildet. Es entsteht eine so genannte aktivierte Arthrose, die durch Schwellung, Rötung und Überwärmung des Gelenks gekennzeichnet ist. Arthrosepatienten leiden anfangs unter Spannungsgefühlen und Steifigkeit in den Gelenken, dann unter Belastungs- und Dauerschmerzen. Typisch für Arthrose ist, dass der Schmerz nach einer Ruhephase vor allem zu Beginn einer Aktivität auftritt und bei fortgesetzter Bewegung nachlässt; bei rheumatoider Arthritis dagegen treten häufig am Morgen anhaltender Schmerz und Steifigkeit der Gelenke auf. Es kommt schließlich zu Gelenkgeräuschen, Instabilität und Fehlstellungen des Gelenks, zu Muskelabbau und oft starken Bewegungseinschränkungen. Im Röntgenbild finden sich typische Zeichen des Verschleißes. Hilfreich bei der Behandlung von Arthrose sind Gewichtsreduzierung, Bewegungsübungen, Krankengymnastik, Massagen und Kälteanwendungen. Als Medikamente kommen schmerzstillende und entzündungshemmende sowie muskelentspannende Mittel und Knorpelschutzmittel zum Einsatz. Für eine Kombination aus Glucosamin- und Chondroitinsulfat wurde nachgewiesen, dass sie bei Patienten mit mäßigen bis starken Knieschmerzen die Beschwerden linderte (New England Journal of Medicine, 2006). Beide Substanzen kommen von Natur aus im Gelenkknorpel vor. Erfolgreich getestet wurde auch ein Orthokin® genanntes Verfahren, das auf der vermehrten Bildung der körpereigenen Substanz Anti-Interleukin 1 (oder Interleukin-1-Rezeptorantagonist) basiert, eines biologischen Gegenspielers des Zytokins Interleukin 1. Interleukin 1 spielt beim Knorpelabbau eine wichtige Rolle und fördert Entzündungen. Nützlich können orthopädische Hilfsmittel wie Gehstöcke, spezielle Schuhe und Bandagen sein. In manchen Fällen ist jedoch ein operativer Eingriff unvermeidlich, etwa um eine entzündete Gelenkmembran zu entfernen (Synovektomie). Mit Hilfe der Arthroskopie (Gelenkspiegelung) können Knorpelabrieb aus dem Gelenkspalt entfernt und Knorpel und Knochen geglättet werden. Zudem besteht die Möglichkeit, Knochenoberflächen anzufräsen und den Knochen dadurch zur Neubildung von Knorpel zu veranlassen. Um Fehlstellungen zu korrigieren, können Knochen bei einer als Osteotomie bezeichneten Operation durchtrennt werden. Auch besteht die Möglichkeit, ein Gelenk durch eine so genannte Endoprothese teilweise oder komplett zu ersetzen. Eine Arthrodese (Gelenkversteifung) kann durchgeführt werden, wenn die Beweglichkeit des Gelenks nicht mehr hergestellt werden kann, aber (unter Bewegungseinschränkung) eine schmerzfreie Belastung des Gelenks ermöglicht werden soll.
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