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Windows Live® Suchergebnisse BaltikumEnzyklopädieartikel
Baltikum, Bezeichnung der ehemaligen russischen Provinzen Estland, Livland und Kurland (bis zum 1. Weltkrieg), später auch Bezeichnung für die Baltischen Republiken Estland, Lettland und Litauen. Eine Besiedlung des Baltikums ist bereits für 7000 v. Chr. durch die Kunda-Kultur nachzuweisen, der nach 4000 v. Chr. die Narwa-Kultur folgte. Mit der so genannten Bandkeramik-Kultur (ab 2000 v. Chr.) kamen indoeuropäische Balten in die Region, die sich mit der ansässigen Bevölkerung vermischten (u. a. gingen daraus die Esten und Letten hervor). Schon früh gewann das Baltikum für den Handel zwischen Mitteleuropa und Skandinavien auf der einen und Osteuropa und dem Orient auf der anderen Seite an Bedeutung. Gleichzeitig wurde von mehreren Volksgruppen, wie etwa den Wikingern, versucht, diese Handelsrouten zu kontrollieren. Im frühen 13. Jahrhundert wuchs das Interesse des Deutschen Ordens am Baltikum, der die Bewohner zum Christentum bekehren wollte. Im frühen 14. Jahrhundert gewann der Deutsche Orden zunehmend an wirtschaftlichem und politischem Gewicht, geriet nach Abschluss der Christianisierung aber zunehmend in Auseinandersetzungen zu Polen. 1561 kam Estland mit dem nördlichen Teil von Livland an Schweden, der Teil südlich und westlich der Düna wurde polnisches Lehnsgebiet. Im 2. Nordischen Krieg fielen Estland und Livland an Russland. Mit der 3. Teilung Polens gewann Russland auch Kurland, das sich westlich der Düna zwischen Ostsee und Rigaischem Meerbusen erstreckt. Bis zum 1. Weltkrieg waren Estland, Kurland und Livland russische Provinzen, dann wurde Livland in die beiden unabhängigen Staaten Estland (mit dem nördlichen Teil von Livland) und Lettland (mit dem südlichen Teil Livlands) geteilt. Im weiteren Sinn schließt der Begriff Baltikum auch die Republik Litauen ein, die wie Estland und Lettland im 18. Jahrhundert an Russland kam.
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