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Windows Live® Suchergebnisse Carlos BeloEnzyklopädieartikel
Carlos Belo, eigentlich Carlos Filipe Ximénes Belo (*1948), katholischer Bischof von Osttimor, Friedensnobelpreisträger 1996. Geboren am 3. Februar 1948 in Baucau in Osttimor, besuchte Belo mit einem Armenstipendium eine Missionsschule, studierte ab 1968 Philosophie in Lissabon und war bis zur Annexion Osttimors durch Indonesien in seiner Heimat als Lehrer tätig. Ab 1976 studierte er in Lissabon und Rom Theologie und wurde 1980 zum Priester geweiht. 1983 vom Vatikan als apostolischer Verwalter der Diözese Dili in Osttimor entsandt und 1988 zum Bischof ernannt, setzte sich Belo für eine gewaltlose Lösung des Osttimorkonflikts ein. Unter Einsatz seines Lebens schützte er die Bevölkerung vor Übergriffen der indonesischen Staatsmacht, gewährte politisch Verfolgten in seinem Haus Unterschlupf und machte sich weltweit für eine Volksabstimmung über die Zukunft seiner Heimat stark. 1996 wurde er für dieses Engagement zusammen mit dem exilierten Sprecher des osttimoresischen Widerstandsrates, José Ramos-Horta, mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Nach dem Rücktritt des indonesischen Staatschefs Suharto kam es im Juni 1998 erstmals zu direkten Gesprächen zwischen der neuen indonesischen Regierung unter Jusuf Habibie und Bischof Belo über Osttimor. Habibie versprach Zugeständnisse in Richtung auf einen weitgehend autonomen Status der Provinz, lehnte aber eine Volksabstimmung über die Zukunft Osttimors ab, was die Verhandlungen bereits nach kurzer Zeit wieder stagnieren ließ. Erst im Mai 1999 kam unter Vermittlung der Vereinten Nationen ein Abkommen zwischen der osttimoresischen Unabhängigkeitsbewegung und der indonesischen Regierung zustande, die sich unter dem Eindruck der zunehmenden Gewalt in Osttimor und auf internationalen Druck hin zum Einlenken bereitgefunden hatte. Das Referendum, das in dem Abkommen beschlossen worden war, erbrachte ein eindeutiges Votum für die Unabhängigkeit Osttimors, woraufhin in Osttimor die gewalttätigen Übergriffe der indonesischen Milizen auf die osttimoresische Bevölkerung eskalierten. Neben Zehntausenden Osttimoresen sah sich Anfang September 1999 auch Belo zur Flucht aus Osttimor gezwungen; vier Wochen später kehrte er wieder zurück, vor allem auch, um durch sein Beispiel seine Landsleute zur Rückkehr und zum Wiederaufbau ihres Landes zu ermutigen. Im November 2002 trat Belo aus gesundheitlichen Gründen von seinem Bischofsamt zurück.
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