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Bernsteinzimmer

Enzyklopädieartikel

Bernsteinzimmer (russisch Jantarnaja komnata), Anfang des 18. Jahrhunderts von dem Dänen Gottfried Wolffram für König Friedrich I. von Preußen im Berliner Schloss Charlottenburg geschaffener Raum, dessen Wandverkleidung aus kunstvoll verarbeitetem Bernstein bestand.

Nach dem Tod Friedrichs verschenkte sein Sohn, der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I., das Bernsteinzimmer 1716 an den russischen Zaren Peter den Großen. Von 1755 bis 1760 wurde es von dem italienischen Hofarchitekten Bartolomeo Rastrelli in einen Raum der Sommerresidenz Zarskoje Selo (heute Puschkin nahe Sankt Petersburg) eingebaut, dessen Boden mit Perlmutt-Intarsien ausgeschmückt war. Im Oktober 1941 transportierten deutsche Truppen das Bernsteinzimmer vom Katharinenpalast in das preußische Königsberg (heute Kaliningrad), wo es im Schloss untergebracht wurde. Seit 1945 ist es verschollen.

Über den Verbleib gibt es mehrere Theorien. Eventuell verbrannte das Bernsteinzimmer in Königsberg, aber auch eine Lagerung in den Katakomben und Gängen des Königsberger Schlosses wird nicht ausgeschlossen. Möglich ist ebenso, dass das Zimmer auf den Kreuzer Wilhelm Gustloff verladen wurde, der vor der pommerschen Küste versenkt worden ist. Zudem hält sich das Gerücht, es könnte noch vor dem Einmarsch der Roten Armee weggebracht worden sein. 1997 tauchten ein Mosaik und eine Kommode aus dem Bernsteinzimmer auf, beides mit ziemlicher Sicherheit Originale. Ab Anfang der achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts entstand in Sankt Petersburg anhand von mehreren historischen Aufnahmen eine Nachbildung des auch als „achtes Weltwunder” bezeichneten legendären Prunkraumes, die 2003 mit deutscher Hilfe fertig gestellt und anlässlich des 300. Gründungsjubiläums der Stadt am 31. Mai feierlich eingeweiht wurde. Der rätselhafte Verbleib des Originalkunstwerks sorgte für die Entstehung des „Mythos Bernsteinzimmer”.

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