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Blomberg-Fritsch-Krise

Enzyklopädieartikel

Blomberg-Fritsch-Krise, Bezeichnung für die u. a. von Hermann Göring und der SS provozierte Krise in der Wehrmachtsführung im Januar/Februar 1938, die zur Ausschaltung des Reichskriegsministers und Oberbefehlshabers der Wehrmacht Werner von Blomberg sowie des Oberbefehlshabers des Heeres Werner von Fritsch führte.

In einer Geheimbesprechung am 5. November 1937 (überliefert durch die Hoßbachniederschrift) hatten Blomberg und Fritsch Einwände gegen Hitlers expansionistische Kriegszielpolitik erhoben. Hitler erkannte, dass mit der noch preußischen Traditionen verbundenen Wehrmachtsführung sein radikales Konzept der Gewinnung von „Lebensraum” durch einen alle Konventionen brechenden Vernichtungskrieg nicht zu verwirklichen war.

Am 27. Januar 1938 sah sich Blomberg zum Rücktritt gezwungen; offizielle Begründung war die Missbilligung seiner Heirat mit einer angeblich nicht standesgemäßen Frau seitens des Offizierskorps, die nach Ermittlungen der Berliner Polizei, die Göring und Heinrich Himmler angeregt hatten, zudem für Sexphotos posiert haben sollte. Zur Ausschaltung des unverheirateten Fritsch bediente sich die Gestapo eines Strichjungen, der angab, mit dem Oberbefehlshaber des Heeres intime Beziehungen unterhalten und ihn daraufhin erpresst zu haben. Am 4. Februar 1938 entließ Hitler Fritsch als vermeintliches Sicherheitsrisiko, ernannte den willfährigen Walter von Brauchitsch zu seinem Nachfolger und übernahm selbst den Oberbefehl über die Wehrmacht; als Ersatz für das Reichskriegsministerium schuf er das Oberkommando der Wehrmacht (OKW), zu dessen Chef er Wilhelm Keitel ernannte und das ihm unmittelbar unterstellt war.

Folge der Blomberg-Fritsch-Krise war auf der einen Seite die noch engere Einbindung der Wehrmacht in das nationalsozialistische System und, mit Hitler als ihrem Oberbefehlshaber, ihre Verpflichtung auf das Führerprinzip; auf der anderen Seite demoralisierte die Krise Teile des Offizierskorps und ebnete den Weg zur Verstrickung der Wehrmacht in die NS-Verbrechen. Fritsch wurde am 18. März 1938 durch ein Ehrengerichtsverfahren unter Vorsitz Görings rehabilitiert und auf den Posten des Chefs des Artillerieregiments 12 abgeschoben. Er fiel am 22. September 1939 vor Warschau. Blomberg starb 1946 in amerikanischer Haft.

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