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Detlev Buck

Enzyklopädieartikel

Detlev Buck (*1962), deutscher Filmregisseur, Drehbuchautor und Schauspieler. Mit seinen skurrilen Komödien gehört er seit Ende der achtziger Jahre zu den namhaftesten deutschen Filmemachern.

Buck wurde am 1. Dezember 1962 in Bad Segeberg geboren und wuchs in Nienwohld bei Hamburg auf. 1984 drehte er seinen autobiographisch gefärbten Film Erst die Arbeit und dann!?, von 1985 bis 1989 studierte er Regie an der Deutschen Film- und Fernsehakademie in Berlin. Seine Abschlussarbeit Hopnick (1989) erzählt die Geschichte eines jungen Zollbeamten in Berlin und kam zusammen mit den Kurzfilmen Rolle duschen (1987) und Schwarzbuntmärchen (1989) in die Kinos. Karniggels (1991) ist ein Film über einen jungen Polizisten, der aufs Land versetzt wird und hier die Aufgabe erhält, einen perversen Kuhmörder zu fassen. Karniggels fand auch international Beachtung. Kennzeichnend für die humorvollen Filme Bucks ist die ruhige Erzählweise seiner zumeist skurrilen Geschichten. Damit avancierte er Anfang der neunziger Jahre zu den Hoffnungsträgern des deutschen Films und zu einem herausragenden Vertreter der deutschen Komödie.

Das Roadmovie Wir können auch anders (1992) erzählt die Geschichte zweier Analphabeten aus dem Westen, gespielt von Joachim Król und Horst Krause, die eine abenteuerliche Fahrt in den Osten unternehmen, um dort eine Erbschaft anzutreten. Seinen kommerziell größten Erfolg verbuchte Buck mit Männerpension (1996). Für diesen Film über zwei Männer auf Hafturlaub, die ein ungewöhnliches Resozialisierungsprogramm durchlaufen, stand ihm ein höheres Budget und eine erstklassige Besetzung (Til Schweiger, Heike Makatsch und Marie Bäumer) zur Verfügung. Für die Rolle der lispelnden Barsängerin Maren Krummsieg holte Buck die bekannte TV-Moderatorin Heike Makatsch vor die Kamera, die damit ein überzeugendes Leinwanddebüt hatte. Eine der männlichen Hauptrollen wurde von Detlev Buck selbst gespielt. Mit seiner vierten Regiearbeit, Liebe Deine Nächste! (1998), einer satirischen, dem poetischen Realismus verpflichteten Tragikomödie, widmete sich Buck erstmals dem Schauplatz Großstadt. Die abgründige Kleinstadtkomödie LiebesLuder (2000) entstand nach einem Roman von Ingrid Noll. Mit der unsentimentalen Milieustudie Knallhart (2006) gelang ihm ein viel gelobtes Werk über das von Aggressionen und Gewalt geprägte Leben der unterprivilegierten Jugendlichen in den Gangs des Berliner Stadtteils Neukölln. Ohne pädagogischen Impetus und ohne Lust an Gewaltdarstellung zeigt der Film sensibel und ungeschönt die Identitätsprobleme der Heranwachsenden. Als Gegenbild dazu entstand Bucks erster Kinderfilm Hände weg von Mississippi (2007) nach dem gleichnamigen Bestseller von Cornelia Funke. Die nostalgisch-idyllisierende Atmosphäre erinnert an die Bullerbü-Welt von Astrid Lindgren.

Daneben trat er auch als Darsteller in Filmen anderer Regisseure auf, u. a. in Kinderspiele (1991/92), Die Nacht der Regisseure (1994), Bismarckpolka (1995), Der Lober (1996), Aimée und Jaguar (1999), Bernd Eichingers Der große Bagarozy (1999) sowie Leander Haußmanns Herr Lehmann (2003) und NVA (2005). 1997 führte Buck auch erstmals am Theater Regie; er inszenierte in Bochum Strindbergs Die Kameraden.

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