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Computerspiele

Enzyklopädieartikel
Multimedia
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Artikelgliederung
3.2

Strategiespiele

Strategiespiele stellen komplexe Aufgaben, die strategisches und taktisches Denken seitens des Spielers erfordern. Sie haben eine längere Spieldauer und werden oft online gegen andere Mitspieler gespielt. Man unterscheidet rundenbasierte Strategiespiele und Echtzeitstrategiespiele. Bei Ersteren planen die Spieler ihre Züge, die nach Ablauf eines Zeitlimits, oder sobald alle Mitspieler ihre Zugauswahl getroffen haben, vom Computer umgesetzt werden. Echtzeitstrategiespiele laufen in Echtzeit ab, d. h., alle Teilnehmer agieren gleichzeitig, und die Spielzüge werden vom Computer unmittelbar verarbeitet. Diese Spiele verlangen eine besonders schnelle Planung und sehr flexibles Handeln. Mit der beschleunigten Übertragungsgeschwindigkeit vieler Internetanschlüsse und der weltweiten Verbreitung des Internets können populäre Strategiespiele online von Spielern aus aller Welt gegeneinander gespielt werden.

3.3

Sportspiele und Simulationen

Bei Sportspielen handelt es sich um Simulationen echter oder erfundener Sportarten, d. h., die Spieler spielen am Computer nach denselben Regeln wie die Teilnehmer eines sportlichen Wettkampfs in der Realität oder nach erfundenen Regeln. Manche Simulationen beschränken sich nicht nur auf das sportliche Geschehen – also das Geschick im Umgang mit der Spielsteuerung –, sondern umfassen auch die planerische Rolle eines Sporttrainers oder -funktionärs als Koordinator einer Mannschaft oder Manager eines Sportvereins („Managerspiel”). Neben Sport- und Wirtschaftssimulationen erfreuen sich vor allem Kriegs-, Flug- und Autorennsimulationen großer Beliebtheit. Eine Mischform von Strategie- und Simulationsspielen stellen die Umsetzungen von Brettspielen oder Kartenspielen wie Schach, Mah-Jongg oder Skat dar.

3.4

Adventure- und Rollenspiele

Im Mittelpunkt von Adventure- und Rollenspielen steht eine komplexe Handlung, meist eine Abenteuergeschichte, deren Ablauf durch die Aktionen des Spielers bestimmt wird. Im Spiel gibt es in der Regel viele unterschiedliche Wege, um das Abenteuer erfolgreich zu bestehen; eingeschlossen in den Ablauf sind meist Actionelemente, zu lösende Rätsel und die Kommunikation mit bzw. der Kampf gegen andere Figuren, die vom Computer gesteuert werden. Als Rollenspiel wird ein Spieletypus bezeichnet, bei dem der Spieler eine Figur und deren Aktionen steuert, die gemeinsam mit anderen Figuren ein Abenteuer zu bestehen hat. Der Computer fungiert bei dieser Art Spiel als Spielleiter, der Handlungen der Spielfiguren entsprechend den Spielregeln belohnt oder bestraft. Die Eigenschaften und Fähigkeiten der Spielfiguren entwickeln sich mit fortschreitendem Spielverlauf, z. B. verbessern Figuren ihre Geschicklichkeit im Kampf oder „lernen” andere Fertigkeiten, die zur Lösung des Spiels nötig sind.

3.5

Multiplayerspiele

Mehrspieler- oder Multiplayerspiele werden von zahlreichen Spielern gleichzeitig via Netzwerkverbindung – über ein Lokales Netz (LAN) oder das Internet – gespielt. Theoretisch können Spiele fast aller Art in diese Kategorie fallen, als besonders erfolgreich haben sich jedoch die Massen-Mehrspieler-Online-Rollenspiele (englisch Massive Multiplayer Online Role Playing Game; MMORPG) erwiesen, die oft in einer Fantasywelt spielen. Das im November 2004 veröffentlichte MMORPG World of Warcraft zählte Anfang 2007 mit mehr als acht Millionen registrierten Spielern zu den erfolgreichsten Spielen dieser Art.

4

Geschichte

4.1

Anfänge

Als erstes Computerspiel gilt das 1958 von dem US-amerikanischen Physiker William A. Higinbotham entwickelte Tennis for Two, bei dem zur visuellen Darstellung ein Oszilloskop verwendet wurde. 1962 programmierte eine Gruppe von Computerpionieren am Massachusetts Institute of Technology für den ersten Minicomputer PDP-1 das Weltraumkampfspiel Space War!, bei dem zwei Mitspieler gegeneinander antreten konnten. Der Computerpionier Nolan Bushnell gründete 1972 die Firma Atari, die sich als erste auf die Produktion und den Vertrieb von Automaten- und Videospielen konzentrierte. Das von Atari im selben Jahr veröffentlichte, dem Tischtennis ähnelnde Spiel Pong markierte den Beginn eines weltweiten Booms von Videospielen. Da Computer zu dieser Zeit noch zu groß und teuer für Privatpersonen waren, erschienen die Spiele in Form von öffentlich aufgestellten Münzspielautomaten oder als Konsolenspiele. Bis Ende der siebziger Jahre wurden erste Adventurespiele programmiert; anfangs konnten die Spieler während des Spiels lediglich Text eingeben, Ende des Jahrzehnts wurden erstmals auch graphische Elemente ins Spiel integriert. Neben Pong zählten das Textadventure Zork (1977) und das Weltraumkampfspiel Space Invaders (1978) zu den populärsten Computerspielen der siebziger Jahre.

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