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ComputerspieleEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Die Initialzündung zum weltweiten Siegeszug von Computerspielen war 1982 die Veröffentlichung des ersten für den Heimgebrauch tauglichen Computers, des Commodore C64. Der 8-Bit-Computer wurde wegen seines vergleichsweise geringen Preises und seiner Spiel- und Programmiermöglichkeiten in kurzer Zeit insbesondere unter Jugendlichen überaus populär. Schätzungen zufolge erschienen für den C64 insgesamt mehr als 17 000 Spiele, die zunächst auf Kassette, später auf Diskette vertrieben wurden. Zur Verbreitung des C64 trug entscheidend die Möglichkeit bei, dafür ausgelegte Spiele ohne großen Aufwand kopieren zu können. Für den C64 und seinen Nachfolger, den 1987 erschienenen Commodore Amiga, wurden zahllose neue Spiele entwickelt, deren Spielideen und -prinzipien bis heute als Grundlage für neue Computerspiele dienen. Zu den Klassikern unter den Computerspielen der achtziger Jahre zählen das Denk- und Actionspiel Archon (1983), die Piraten-Wirtschaftssimulation Pirates! (1987) und das humorvolle Adventure Maniac Mansion (1987). Die in den achtziger Jahren zeitweilig fast vollständig vom Markt verdrängten Spielkonsolen erlebten in den neunziger Jahren durch attraktive neue Produkte einen Boom, der bis in die Gegenwart andauert. Zur gleichen Zeit stiegen die auf IBM-Computern basierenden PCs zu den weltweit dominierenden Heimcomputern auf, und erste Onlinespiele boten der rasant wachsenden Zahl von Internetnutzern neue Spielmöglichkeiten. Zu den meistverkauften und beliebtesten Spielen dieser Zeit zählten das Strategiespiel Civilization (1991), die Ego-Shooter Doom (1993) und Quake (1996) sowie die seit Mitte der neunziger Jahre erscheinenden Sportsimulationen der Firma Electronic Arts.
Zusammen mit Konsolenspielen stellen PC-Spiele heute eine weltweit verbreitete Form der Unterhaltung dar und nehmen eine wichtige Rolle in der Populärkultur und als Wirtschaftsfaktor ein. 2005 erzielte die Computerspielindustrie weltweit einen Gesamtumsatz von rund 25 Milliarden Euro, in Deutschland betrug der Umsatz 1,5 Milliarden Euro. In Industriestaaten sind Computerspiele nicht nur unter Kindern und Jugendlichen, sondern zunehmend auch unter Erwachsenen weit verbreitet. Multiplayerspiele werden im Rahmen so genannter LAN-Partys oft von über 100 Spielern in einer großen Halle gespielt. Die populärsten Spiele verfügen durch die Kapazitäten der Computertechnik über eine Vielzahl von komplexen Szenarien, so dass Spieler über Wochen und Monate zur Fortsetzung ihres begonnenen Spiels motiviert werden können. Ebenfalls motivationssteigernd ist die in viele Computerspiele integrierte High-Score-Liste, die Spieler dazu animiert, nach Abschluss eines Spiels erneut zu spielen, um den eigenen Punkterekord oder den Rekord eines anderen Spielers zu brechen. Aufgrund dieser Eigenschaften stehen vor allem so genannte „Endlosspiele” in der Kritik, da sie zur Sucht führen können. Häufiges Computerspielen kann Haltungsschäden oder durch Bewegungsmangel verursachte Krankheiten bedingen und gilt als Ursache für Verhaltens- und Kommunikationsstörungen, da Computerspiele im Gegensatz zu Sport-, Brett- und Kartenspielen hauptsächlich alleine am PC gespielt werden. Umstritten ist die These, dass die oft als gewaltverherrlichend angesehenen Spielinhalte eine Gefahr für die psychische Entwicklung von Heranwachsenden darstellen. Dieser Vorwurf wird insbesondere im Zusammenhang mit Amokläufen oder anderen Gewalttaten von Jugendlichen geäußert. Obwohl die Langzeitfolgen exzessiven Computerspielens noch unklar und nur schwer abzuschätzen sind, nahm die gesellschaftliche Akzeptanz für diese Art der Unterhaltung zu. Seit 2002 findet jährlich in Leipzig die Games Convention statt, die neben der Tokyo Game Show und der Electronic Entertainment Expo in Los Angeles die größte Fachmesse für Computer- und Konsolenspiele ist.
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