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  • Biographie: Lil Dagover, 1887-1980

    1887-1980 Lil Dagover Schauspielerin 1887 30. September: Martha Seubert wird als Tochter eines Forstbeamten in holländischen Diensten in Madiun auf Java geboren.

  • Lil Dagover

    Lil Dagover - als Marie Antonie Sieglinde Martha Seubert am 30.9.1887 in Madiun auf Java geboren, besuchte sie später die höhere Mädchenschule in Tübingen.

  • filmhistoriker.de

    Contemporary accounts of Lil Dagover's life always mention her exotic place of birth: the Malayan island Java. But more interesting than the place was the time: she always ...

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Lil Dagover

Enzyklopädieartikel

Lil Dagover, eigentlich Marie Antonia Sieglinde Martha Seubert, (1887-1980), deutsche Schauspielerin.

Sie wurde am 30. September 1887 als Tochter eines Försters in Madiun auf Java geboren und wuchs in Tübingen, Baden-Baden, Genf und Weimar auf. Nach ihrer Heirat mit dem Schauspieler Fritz Daghofer im Jahr 1913 wurde sie 1918 von Robert Wiene für den Film entdeckt, u. a. spielte sie in Das Lied der Mutter (1918), Harakiri (1919), Phantome des Lebens (1920) und Die Jagd nach dem Tode (1920). Im selben Jahr stand sie zusammen mit Werner Krauß in Robert Wienes Das Cabinet des Dr. Caligari vor der Kamera. Für Fritz Lang übernahm sie Hauptrollen in Die Spinnen: Der goldene See (1919) und Der müde Tod (1921). Lil Dagover drehte in schneller Folge etwa 100 Stummfilme, auch in Schweden, Frankreich und den USA: u. a. Tartüff (1926), Le toubillon de Paris, (1926; Im Taumel von Paris) und Orientexpress (1927). Ab 1926 war sie in zweiter Ehe mit dem Produzenten Georg Witt verheiratet.

Der Wechsel zum Tonfilm bereitete der Schauspielerin durch ihre ununterbrochene Bühnentätigkeit keinerlei Schwierigkeiten; sie gastierte bei den Salzburger Festspielen und am Deutschen Theater in Berlin. Ihr erster Tonfilm war Der Günstling von Schönbrunn, ein nachvertonter Film von 1929. In den dreißiger Jahren trat Dagover in Filmen wie Der Kongreß tanzt (1931), Ich heirate meine Frau (1934) und Das Mädchen Irene (1936) auf und wurde wegen ihrer Eleganz und ihrer souveränen Ausstrahlung in der Presse als „Dame des Deutschen Films” bezeichnet. Nach dem 2. Weltkrieg war sie nur noch in belanglosen Kostümfilmen zu sehen, wie Königliche Hoheit (1953), Schloss Hubertus (1954). In Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull (1957) konnte sie jedoch ihr großes schauspielerisches Talent nochmals zeigen. In den siebziger Jahren folgten Rollen in Hans Jürgen Syberbergs Karl May (1974) und Maximilian Schells Der Fußgänger (1973), Der Richter und sein Henker (nach Friedrich Dürrenmatt) sowie Geschichten aus dem Wienerwald (1978/79; nach Ödön von Horvath). Ihre Memoiren erschienen 1980 unter dem Titel Ich war eine Dame. Lil Dagover starb am 23. Januar 1980 in München.

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