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Windows Live® Suchergebnisse DithyrambosEnzyklopädieartikel
Dithyrambos, seit dem 7. Jahrhundert v. Chr. schriftlich belegtes altgriechisches ekstatisches Lied zu Ehren des Weingottes Dionysos, das, begleitet von Tanz, von Chören mit 50 Männern oder Knaben, vor allem während der Dionysien aufgeführt wurde. Seine Ursprünge liegen wahrscheinlich in Kleinasien, von wo aus sich auch der Dionysoskult nach Griechenland ausbreitete. Im 6. Jahrhundert v. Chr. bildete sich die klassische Kunstform des Dithyrambos aus, die in einem Wechsel von Strophe (vorgetragen durch den Vorsänger) und Antistrophe (vorgetragen durch den Chor) bestand. Durch die Einbeziehung epischer Stoffe entstand auf dieser Grundlage die griechische Tragödie, in der wiederum die Dithyramben zunächst ein fester Bestandteil blieben und beim Einzug (Parodos), in bestimmten Abschnitten der Theateraufführung sowie beim Auszug (Exodos) gesungen wurden. Aber auch unabhängig vom Drama wurde die Kunstform fortgeführt, vor allem durch Simonides, Pindar und Bacchylides. Im 5. und 4. Jahrhundert v. Chr. setzte eine Verweltlichung des Dithyrambos ein. Darüber hinaus vollzog sich eine teilweise Auflösung des strophischen Aufbaus zugunsten einer stärkeren Betonung der Musikalität. Im 18. bzw. 19. Jahrhundert übernahmen Friedrich Gottlieb Klopstock, Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller und Friedrich Nietzsche die Bezeichnung Dithyrambos für einige ihrer Gedichte; jedoch war dies keine direkte Anknüpfung an die griechischen Vorbilder, sondern eher Anklänge an den enthusiastischen Sprechgestus sowie an die Form der freien Rhythmen.
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